siebzehn/zwanzigsiebzehn

Ein Joker, zweifellos, für Euch Experten:
Es reichte wohl, ein Stichwort zu benennen,
schon würdet Ihr des Herren Namen kennen.
(Bestimmt verfolgt Ihr jetzt schon gute Fährten.)

Es handelt sich um einen lang verjährten
Versuch, sich selbst in einem großen Rennen
von seinen Konkurrenten klar zu trennen –
die sich darob nicht sonderlich beschwerten.

Manch einer unterstellt ihm Größenwahn:
Er ließ sich Zeit, in einem schnellen Sport,
und fiel damit – nur bildlich – auf die Nase.

Das Zauberwort hieß schlichtweg Außenbahn,
das Resultat: Olympischer Rekord.
Und seines Landsmanns Name ist nicht Hase.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

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sechzehn/zwanzigsiebzehn

Er traf halt nicht, statt locker einzuschieben.
Doch sah man ob der Größe des Events
den Auswuchs einer kleinen Flatulenz:
Ich find “verkackt” ein bisschen übertrieben.

Die Gäste aus Europa (vulgo: hüben)
beklagten in der Hitze des Moments
den kriegerischen Style der Konkurrenz.
Man mochte allen sagen: Sportsgeist üben!

Der Showdown war zwei Herren vorbehalten,
die an der Küste als gemäßigt galten.
Dem Europäer war der Krieg ein schnurzer.

Er hat dem Ami einen Ball geschenkt,
den Blick dann auf den eigenen gelenkt:
Verkackt. Nun ja – es war gewiss kein Kurzer.

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fünfzehn/zwanzigsiebzehn

Noch war er nicht des Weltrekordes Halter,
doch unbestritten Bester auf dem Globus.
Die Goldmedaille war wohl schon im Rohguss:
Als kommender Olympiasieger galt er.

Zuvor: mit Dave die Quali (Reebok, Alter!).
Für alle gilt, nach altbekanntem Modus:
Rekorde und Meriten? Hic est Rhodus,
und wenn Du zu Olympia willst: Hic salta!

Gesagt, getan: Er geht den Salto an,
will in der Höhe zeigen, was er kann.
Ergebnis: Nullo. Alles ringt nach Worten.

Zwei Tage war er gut, doch bleibt er achtlos.
Der Modus steht, die Teamleitung ist machtlos.
Und Reebok so: Jetzt musst Du Dave supporten!

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vierzehn/zwanzigsiebzehn

Das Regelwerk war seinerzeit ne Rotze!
Verzeihung für das krude Bild im Hirn –
ich wollt’ natürlich niemanden verwirrn,
saß damals selbst verwundert vor der Glotze:

Ein junger Mann denkt wütend: Mensch, ich kotze!
Ich will da hin! Sein Kopf beginnt zu schwirrn.
Er fragt den Chef und hat final die Stirn,
sie zu verarschen. Danach folgt: Geprotze.

Die Regelhüter schaun sich’s an, perplex,
und ahnen, dass ganz Deutschland sie verlachet.
Ein Sportverband ist wütend – to the max!

Er sperrt – nun aus der Lethargie erwachet –
den Mann dank individueller Lex.
Drum bleibet still, wenn ihr mal so was machet!

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dreizehn/zwanzigsiebzehn

Zu Coubertin fuhr er als Favorit,
der grade in der Weltcupwertung führte
und glaubte, dass der Titel ihm gebührte:
ein Freilichtsportler, der sich siegen sieht.

Zu jener Zeit gefiel er mit viel Speed,
nem Super-Schwung, der die Begeistrung schürte.
Die Hoffnung, dass man ihn zum Sieger kürte,
schien sehr real. Und ist so rasch verblüht.

Er trug das Haar wie’n Junge aus Katthult.
Der Gaudibursch war fast ein bisschen Kult
seit seinem wilden Ritt ins Riesen-Glück.

Mit voller Kraft stürzt’ er sich aus dem Haus
doch hatt’ den – ersten – Bogen gar nicht raus.
Der Sieger hieß noch nicht einmal Jean-Luc.

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zwölf/zwanzigsiebzehn

Olympiasieg! Genau genommen doppelt,
im Team und auch im Einzel, dort zu zweit.
Juristisch wird – ist das die vierte Seit’? –
‘s Ergebnis vom Ereignis abgekoppelt.

Als jemand ein Verdikt zusammenstoppelt,
das sie im Grunde eines Fehlstarts zeiht,
frohlocken Protestierer, grinsen breit –
warn sie doch vorher hinterhergehoppelt!

Sie aber hat ne Linie überquert,
vielleicht verdeckt von Deko (Ikebana?),
und ihre Zeit ist damit nichts mehr wert.

Die Sportsmanship verzieht sich ins Nirwana,
als unsrer Heldin all das widerfährt.
Ihr Name? Sag ich Euch, nicht erst mañana!

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elf/zwanzigsiebzehn

Sein Team ist allen andern weit enteilt,
die Gegner finden gar nicht in die Spur.
Für die Verfolger geht’s um Silber nur –
von denen einer kurz bei ihm verweilt.

Er hat ihm seinen Glückwunsch mitgeteilt,
dem netten Kerl, bekannt als Frohnatur.
Doch wird er dann zur tragischen Figur –
es braucht vier Jahre, bis sein Herz verheilt.

Der Gegner wird – nun siegreich – ausgebuht,
hört Pfiffe und ne wüste Schimpftirade.
Er wehrt sich gestisch, wohl im Übermut.

Der so entstandne Misston war zwar schade,
doch blieb die Stimmung unvergleichlich gut,
so mittendrin in jener Olympiade.

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zehn/zwanzigsiebzehn

Es sei utopisch, hatten sie gesagt.
Allein daran zu denken sei absurd.
Der Technikpartner hatte kurz geknurrt,
doch letztlich keinen Widerstand gewagt.

Das junge Mädchen hat sich lang geplagt,
im harten Ostblocktraining nicht gemurrt,
hat allerlei Bandagen festgezurrt
und stufenweis’ nach Perfektion gejagt.

Es war nicht sie, die’s irgendwann verkackte.
Im Gegenteil: Sie war schlechthin perfekt,
wie bald darauf Bo Derek (dort: beim Baden).

Doch als sie jene Sehnsuchtsnummer packte,
da hieß es nur, die Tafel sei defekt.
Und unbeziffert bleibt: ein Imageschaden.

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neun/zwanzigsiebzehn

Globale Meisterschaften auszurichten,
erfordert ohne Zweifel allerhand.
Zum Beispiel gilt es, kalt und aus dem Stand
ein passendes Maskottchen zu verpflichten.

Die sind ja Quell absurdester Geschichten –
Paradebeispiel ist der Grotifant.
Ob wohl auch unsres unstet, arrogant
und sonstwie pulsbeschleunigt war? Mitnichten!

Man hieß es anderweitig delikat.
Die Kirchen waren, kennt man ja, entsetzt,
und keiner! dachte! an! die Kinder! Schad.

Das arme Bärchen (das verrat’ ich jetzt)
beging nicht die geringste Missetat.
Doch hat per se ihr Schamgefühl verletzt.

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acht/zwanzigsiebzehn

Hier hat es nicht die Sportlerin versaut –
im Gegenteil, sie war in großer Form
und meisterte behände jede Norm,
doch gegen Funktionäre wächst kein Kraut.

Ich hab mir kurz die Vita angeschaut:
so viel Talent, ich bin entzückt (wie Gorm)!
Auf Ski, im Becken, hat sie lange vorm
Karrierehighlight ihre Fans erbaut.

Sie fand ihr Glück dann – liegend – auf der Straß’;
und bald ward’s ihr auch gülden umgehängt.
Bis ein Jahr drauf (WM!) der Tiefschlag saß:

Man glaubt’s nicht, wird zur wilden Sau (gesengt),
dass jemand ihren Namen schlicht vergaß.
(Der Gnadenakt des Weltverbands: geschenkt.)

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