vierzehn/zwanzigsiebzehn

Das Regelwerk war seinerzeit ne Rotze!
Verzeihung für das krude Bild im Hirn –
ich wollt’ natürlich niemanden verwirrn,
saß damals selbst verwundert vor der Glotze:

Ein junger Mann denkt wütend: Mensch, ich kotze!
Ich will da hin! Sein Kopf beginnt zu schwirrn.
Er fragt den Chef und hat final die Stirn,
sie zu verarschen. Danach folgt: Geprotze.

Die Regelhüter schaun sich’s an, perplex,
und ahnen, dass ganz Deutschland sie verlachet.
Ein Sportverband ist wütend – to the max!

Er sperrt – nun aus der Lethargie erwachet –
den Mann dank individueller Lex.
Drum bleibet still, wenn ihr mal so was machet!

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

dreizehn/zwanzigsiebzehn

Zu Coubertin fuhr er als Favorit,
der grade in der Weltcupwertung führte
und glaubte, dass der Titel ihm gebührte:
ein Freilichtsportler, der sich siegen sieht.

Zu jener Zeit gefiel er mit viel Speed,
nem Super-Schwung, der die Begeistrung schürte.
Die Hoffnung, dass man ihn zum Sieger kürte,
schien sehr real. Und ist so rasch verblüht.

Er trug das Haar wie’n Junge aus Katthult.
Der Gaudibursch war fast ein bisschen Kult
seit seinem wilden Ritt ins Riesen-Glück.

Mit voller Kraft stürzt’ er sich aus dem Haus
doch hatt’ den – ersten – Bogen gar nicht raus.
Der Sieger hieß noch nicht einmal Jean-Luc.

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zwölf/zwanzigsiebzehn

Olympiasieg! Genau genommen doppelt,
im Team und auch im Einzel, dort zu zweit.
Juristisch wird – ist das die vierte Seit’? –
‘s Ergebnis vom Ereignis abgekoppelt.

Als jemand ein Verdikt zusammenstoppelt,
das sie im Grunde eines Fehlstarts zeiht,
frohlocken Protestierer, grinsen breit –
warn sie doch vorher hinterhergehoppelt!

Sie aber hat ne Linie überquert,
vielleicht verdeckt von Deko (Ikebana?),
und ihre Zeit ist damit nichts mehr wert.

Die Sportsmanship verzieht sich ins Nirwana,
als unsrer Heldin all das widerfährt.
Ihr Name? Sag ich Euch, nicht erst mañana!

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elf/zwanzigsiebzehn

Sein Team ist allen andern weit enteilt,
die Gegner finden gar nicht in die Spur.
Für die Verfolger geht’s um Silber nur –
von denen einer kurz bei ihm verweilt.

Er hat ihm seinen Glückwunsch mitgeteilt,
dem netten Kerl, bekannt als Frohnatur.
Doch wird er dann zur tragischen Figur –
es braucht vier Jahre, bis sein Herz verheilt.

Der Gegner wird – nun siegreich – ausgebuht,
hört Pfiffe und ne wüste Schimpftirade.
Er wehrt sich gestisch, wohl im Übermut.

Der so entstandne Misston war zwar schade,
doch blieb die Stimmung unvergleichlich gut,
so mittendrin in jener Olympiade.

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zehn/zwanzigsiebzehn

Es sei utopisch, hatten sie gesagt.
Allein daran zu denken sei absurd.
Der Technikpartner hatte kurz geknurrt,
doch letztlich keinen Widerstand gewagt.

Das junge Mädchen hat sich lang geplagt,
im harten Ostblocktraining nicht gemurrt,
hat allerlei Bandagen festgezurrt
und stufenweis’ nach Perfektion gejagt.

Es war nicht sie, die’s irgendwann verkackte.
Im Gegenteil: Sie war schlechthin perfekt,
wie bald darauf Bo Derek (dort: beim Baden).

Doch als sie jene Sehnsuchtsnummer packte,
da hieß es nur, die Tafel sei defekt.
Und unbeziffert bleibt: ein Imageschaden.

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neun/zwanzigsiebzehn

Globale Meisterschaften auszurichten,
erfordert ohne Zweifel allerhand.
Zum Beispiel gilt es, kalt und aus dem Stand
ein passendes Maskottchen zu verpflichten.

Die sind ja Quell absurdester Geschichten –
Paradebeispiel ist der Grotifant.
Ob wohl auch unsres unstet, arrogant
und sonstwie pulsbeschleunigt war? Mitnichten!

Man hieß es anderweitig delikat.
Die Kirchen waren, kennt man ja, entsetzt,
und keiner! dachte! an! die Kinder! Schad.

Das arme Bärchen (das verrat’ ich jetzt)
beging nicht die geringste Missetat.
Doch hat per se ihr Schamgefühl verletzt.

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acht/zwanzigsiebzehn

Hier hat es nicht die Sportlerin versaut –
im Gegenteil, sie war in großer Form
und meisterte behände jede Norm,
doch gegen Funktionäre wächst kein Kraut.

Ich hab mir kurz die Vita angeschaut:
so viel Talent, ich bin entzückt (wie Gorm)!
Auf Ski, im Becken, hat sie lange vorm
Karrierehighlight ihre Fans erbaut.

Sie fand ihr Glück dann – liegend – auf der Straß’;
und bald ward’s ihr auch gülden umgehängt.
Bis ein Jahr drauf (WM!) der Tiefschlag saß:

Man glaubt’s nicht, wird zur wilden Sau (gesengt),
dass jemand ihren Namen schlicht vergaß.
(Der Gnadenakt des Weltverbands: geschenkt.)

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sieben/zwanzigsiebzehn

Er ist bereits ein bisschen nass geworden.
Egal – er wird ja grad Europameister!
Ist dominant, fast so wie einstmals Deister,
und lässt vor Freud Gefühle überborden.

Weit vor dem Ziel begeistert er die Horden,
sein früher Jubel ist ein eher dreister:
Ins eilig ausgezogne Leibchen beißt er,
als wolle er hernach Maskottchen morden.

Er kommt ins Ziel, das Hemd nun in der Hand,
und feiert, dass er alle andern schlug –
das Wort “vermeintlich” muss man hier wohl nennen.

Denn Wettbewerber aus dem Nachbarland
bekommen Recht: Der Sieg fußt auf Betrug –
man konnt’ zum Schluss die Nummer nicht erkennen!

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sechs/zwanzigsiebzehn

Ein Klassiker. So ist er wohl zu nennen,
der Lapsus, den man gern vergessen wähnt,
doch immer wieder mal darüber gähnt,
weil manche Leute ihn nicht lassen können.

Sie mögen – Hoppla! – in der Hölle brennen,
wenn einmal mehr – des Lesers Auge tränt –
das Fensterende, das man lang ersehnt,
der Witz garniert, den wahrlich alle kennen.

Ach so, Euch geht er gar nicht auf den Senkel?
Ihr klopft Euch eh gern prustend auf die Schenkel?
Dann werd ich wohl mal Eure Nummer wählen.

Und Euch den Ulk, den man seit Jahr und Tag
an Rhein und Elbe gleichermaßen mag,
sehr gerne per Facsimile erzählen.

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fünf/zwanzigsiebzehn

Ein einziger Superlativ (hier: weiblich) –
der Wettbewerb hat offenbar Profil.
In jenem Jahr war dabei, kurz vorm Ziel,
das Renngeschehen ziemlich schwer beschreiblich.

Wobei: So’n Lapsus ist wohl unausbleiblich,
der Habitus gehört ja dort zum Stil.
Die Muskeln, die Gefahr: es wirkt viril,
um nicht zu sagen: ausgesprochen leiblich.

In jenem wilden Kampf an der Riviera,
zum Frühlingsauftakt (dorten: primavera),
hat einer sich zu siegen angeschickt.

Er kontrollierte kurz vor Schluss die Chose,
begab sich gradewegs in Jubelpose –
ach hätte er doch mal nach rechts geblickt!

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