zwanzig/zwanzigsiebzehn

Rein sportlich lief die Sache mittelprächtig,
und das ist, sei’n wir ehrlich, noch geschönt,
denn wieder droht der Abstiegskampf, so tönt
es schon am ersten Tag – und nervt sie mächtig.

Der Kader dezimiert, und dennoch dächt’ ich,
von Einzelnen Erfolgen wohl verwöhnt,
dass es die Gegenseite wär, die stöhnt.
Doch ihr Verletzungspech ist niederträchtig!

Die jungen Damen machen was mit Meden,
auf Weltniveau. Doch in die Medien dringt
ein Auftritt, über den bald alle reden:

Da steht ein Mann, der über alles singt,
dem lauten Chor aus Deutschland trutzt und jeden
Betrachter vollends aus der Fassung bringt.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

30 Gedanken zu „zwanzig/zwanzigsiebzehn

  1. Meden => Tennis
    Abstieg dürfte dann Fed Cup sein und irgendwer wird die deutsche Hymne mal wieder als „Deutschland über alles“ gesungen haben. Wann und wo, keine Ahnung.

    Was gefühlt im Inland mehr schockt als im Ausland, zumindest kenn ich viele Nicht-Deutsche, die tatsächlich denken, dass das auch weiterhin der Text ist. Was vielleicht aber auch an der Art mancher deutscher Touris im Ausland liegt *hust*

  2. Eines der leichteren Rätsel für mich als Tennis-Fan.
    FedCup 2017 1. Runde Deutschland gegen USA auf Hawaii.
    Eine „Rumpftruppe“ des DTB muss sich am 1. Tag „Deutschland, Deutschland über alles“ anhören.
    Das Interview von Petko danach hat das Sportliche locker in den Hintergrund gedrängt…

  3. Ich habe keinen blassen Schimmer, was Meden sein könnten. Und so bleibt schon die Sportart heute ein für mich unlösbares Rätsel.

    Ich widme mich besser wieder Rezepten für Täubchen.

  4. Verflucht, Kamke. Was weißt Du eigentlich alles? Beziehungsweise: Was nicht? „Machen was mit Meden“. Carl August von der Meden war der erste Präsident des Deutschen Tennis Bundes.

    Obwohl es ja bekanntlich kein Bier auf Hawaii gibt, muss der Sänger der deutschen Nationalhymne im Vorfeld des Fed-Cup-Duells USA gegen Deutschland ebendieses im großem Maße genossen haben. Anders ist es kaum zu erklären, dass er die falsche Strophe sang. Das deutsche Team versucht dem mit der richtigen Strophe entgegenzuwirken, hat aber gegen die Lautsprecher keine Chance.

    Vielleicht der traurigste Fauxpas dieses Kalenders, aber er geht ja noch ein paar Tage. (Im ersten Quartett dachte ich übrigens an den HSV.)

  5. Mal wieder so eine Geschichte, die schnell gelöst ist, aber dennoch viel Freude macht, da Kamke ein Filmchen aus der Großhirnrinde schürft, das schon mit „demnächst vergessen“ markiert war.
    Vielen Dank dafür.
    Verraten haben es die Meden, Tennis, was war denn da im Fed Cup los? Ach ja, die falsche Hymne mit Deutschland, Deutschland über alles…
    Hab es nachgeschaut und beim Video sehr gelacht, die Reaktion von Team und Fans („der laute Chor aus Deutschland“) allerdings vorbildlich.
    https://youtu.be/PZdl09sKrzo

    Im Französischen Fernsehen habe ich mal bei einem Länderspiel der „Mannschaft“ den Reporter vor dem Spiel ankündigen hören: „Et maintenant les Allemands chant le „Deustchland Deutschland uberrrallles“ – gesungen wurde dann natürlich Einigkeit und Recht…(nicht von allen).

  6. Nach den verpassten gebratenen Täubchen gestern, kann ich heute wieder servieren.
    Bei Meden klingelt es. Tennis also. Und Frauen in einem Team. Kann nur Fedcup sein. Klar wird es beim singenden Mann. Es geht gar nicht um eine sportliche Panne, sondern um das, was der Hawaiianer singt.
    Israel Kamakawiwo’ole heißt er nicht, obwohl es das Schwergewicht mit seiner Ukulele bei mir auch nachhaltig verkackt hat. Aber das gehört nicht hierher.
    Sein noch lebender Kollege singt das Deutschlandlied, was noch keine Panne wäre, hätte er sich nicht ausgerechnet die erste Strophe ausgesucht. War in diesem Jahr. Kurzzeitgedächtnis funktioniert noch.

  7. Es sei die Gegenseite, die stöhnt. Welch wundervoller Hinweis auf Damentennis. Es handelt sich hier um das Fed-Cup Match gegen die USA, bei dem die deutsche Nationalhymne zwar melodisch korrekt gespielt wurde, der bestellte Vokalist sich allerdings im Text vergriff, bzw in die falsche Strophe rutschte…

    Es waren vier Damen aus Deutschland,
    die traten zum Match über’m Teich an.
    Der Sänger macht seins
    mit Strophe Nummer eins.
    Die Damen kochten vor Wut dann.

  8. Im Grunde genommen steht da ja schon, was passiert ist: jemand hatte man sich beim Heraussuchen der Nationalhymnen im Jahrzehnt (Jahrhundert?) geirrt. Wer und wo und wann das war? Keine Ahnung?
    Gab es nicht auch einen Zwischenfall, wo statt „Einigkeit, Recht und Freiheit“ „Auferstanden aus Ruinen“ gespielt wurde? Bei der Vergabe einer Goldmedaille?

    (Man merkt schon: ich verzichte auf die Nutzung von Suchmaschinen)

  9. Autsch. Eine erste Strophe, die keiner hören will. In den USA beim Fedcup am allerwenigsten die Tennisspielerinnen. Großer Skandal. Wut und Tränen. Berechtigt.

    (Aber am Rande: Die sind oft so doof „drüben“, so richtig wundert mich da nichts mehr. Sorry, Amerika…)

  10. Hymnen-Verkacker gab es ja zur Genüge. Ist hier einer der akutelleren verdichtet? Der zum Fed Cup auf Hawaii als der Sänger sehr zum Entsetzen der deutschen Damen die – nun ja – falsche Version intonierte?

  11. „Machen was mit Meden“ ist grandios und war wohl entscheidend.

    Peinlicher Fehler beim Fed Cup Spiel auf Hawaii USA-Deutschland, mW Anfang 2017: Der Solist vergriff sich im Text, und trãllerte die falsche Strophe, „über alles“ kam häufig vor, die singenden Spielerinnen kamen nicht dagegen an.
    War es nicht sogar ein lokaler Lehrer, der da sang? Ich hoffe, es war kein Geschichte Lehrer.

  12. Medenspiel der Damen auf Weltniveau = FedCup
    Immer wieder Abstiegskampf passt auch (hier dachte ich erst an den HSV, aber das mit den Einzel-nen Erfolgen kommt nicht hin).
    Dann ist es also der Sänger, der die 1. Strophe der Nationalhymne beim Spiel gegen die USA sang.

  13. Beim Fed-Cup Spiel USA vs. Deutschland auf Hawaii vor gar nicht langer Zeit, 2017(?), wars. Die deutsche Nationalhymne wurde mit erster Strophe gesungen, wie einst 54 in Bern vom Publikum, nur die wussten es wohl nicht besser.

  14. Beim Fed Cup wurde beim Spiel der Deutschen in den USA vom Sänger die erste Strophe des Lieds der Deutschen intoniert. Frau Petkovic meinte danach, so etwas Schlimmes habe sie noch nie erlebt.

  15. Okay, ein Teamsportwettbewerb, bei dem Abstieg möglich ist. Mit einzeln erfolgreichen Athleten. Smells like Tennis. Also Fed-Cup, weil die Jungen Damen was mit Mede nmachen, aber auch in den Medien präsent sind (es gibt wohl in Deutschland einen Meden-Cup als Jugendtennisturnier).

    Dann trutzt Deutschland, und mir ist natürlich nur die dritte Strophe präsent. Anders als beim Fed-Cup-Match auf Hawaii (bitte denken sie sich das Magnum-Intro hinzu) USA-DTB, bei dem der Hymnensänger die erste Strophe sang (und das ist die mit dem Trutze- und Schutze-Tralala).

    Helgoland to Hawaii! 🙂

  16. Gelegentlich wird Sportfan zum Accuser:
    Schon manches Male ließ man aus Versehen
    statt unsrer Fahne die von Belgien wehen!
    Doch ist der schlimmste Gipfel dieser Loser.

    Ein Sangeskünstler stammend aus den USA!
    Man könnte ja die Story noch verstehen,
    würd’s um ein unzivilisiertes Lande gehen.
    So schämt sich jeder, der ihm dabei zusah.

    In seinem Emel steckt gewiss kein Ass.
    Hawaii liegt doch nicht hinterm Mond beim Maas!
    Und das im Vorlauf zu nem FedCup-Match.

    Die Petko glatt von ihrem Stuhle fällt
    (es hält an ihrem Chair sie nicht der Belt).
    Sitzt sie vielleicht nervös schon „on the Etsch“?

    ——————————————————————————————–
    Heute für mich doppelt schnell lösbar dank des fantastischen Wortspiels „irgendwas mit Meden“. Denn zu meinen größten sportlichen Erfolgen zählt der Aufstieg meines Tennisteams von der alleruntersten in die zweitunterste Liga.

  17. Der Lehrer setzte mit dem Lied „Horst Wessel“
    sich auf Hawaii voll in die Nessel.
    Skandal, ich hatt das nicht mehr drauf,
    dabei schlug doch die Petko auf.
    Andrea, diese tolle Frau,
    kommt viel zu selten im TV.
    Und mit dem Reim mit Nummer Vier
    trink ich auf Kamke jetzt ein Bier.

  18. hmpf. browserabsturz. neutippen. daher kurz.
    fedcup. damen. tennis („irgendwas mit Meden“, sehr schön, erst überlesen). deutsche. nationalhymne. falscher text (irgendwas mit „über alles“). Ort USA(?). 2017(?). danke.

  19. Klingt nach Tennis – Fed Cup (hätte fast Confed Cup geschrieben…) 2017 – USA gegen Deutschland, über alles wurde nicht geschrieben, sondern über Deutschland, Deutschland über alles – das sang nämlich ein Herr anstelle des korrekten Textes.

    Einigkeit besteht, dass er das recht falsch gemacht hat in seiner Freiheit…

    Auch ohne Opa hängen geblieben…

  20. Auf Maui schlug das Singen eines Herrn
    den deutschen Tennisfrauen auf den Magen.
    Selbst Zeilen, die korrekt gewesen wärn –
    wärn so geknödelt schwerlich zu ertragen.
    Der gute Mann vergriff sich in der Strophe –
    er hatte einst in „History“ gepennt,
    verbrachte Schulzeit lieber in der Poofe
    (das ist wohl, was man Bildungsnotstand nennt).
    Doch wozu braucht ein Sänger schon Geschichte?
    Fürs Denken kriegt er schließlich nicht sein Geld.
    So gab’s am nächsten Tag dann die Berichte
    von seinem Lied mit Memel, Etsch und Belt.

    [Ich kann übrigens nur dringend davon abraten, die Kommentare unter dem Youtube-Video der betreffenden Szene zu lesen. Es ist zum Verzweifeln. Und so traurig, sich die Leute vorzustellen, die in ihrem Leben keine andere Freude haben …]

  21. Es hat etwas gedauert bis ich den entscheidenden Hinweis auf die Sportart gefunden hatte: Meden. Was auch immer das genau ist, es hat was mit Tennis zu tun. Und jetzt war es nicht mehr so schwer. Und auch gar nicht so lange her. FedCup USA gegen Deutschland. Der Sänger schmettert die 1. Strophe des Deutschlandlieds statt der Nationalhymne. Tolle Reaktion der deutschen Damen. Wütend versuchen Sie mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ dagegen zu halten.

  22. Hier, fast verpennt. Auf die Schnelle: Fed-Cup auf Hawaii, amerikanischer Möchtegerncaruso schmettert die 1. Strophe vom Deutschlandlied, alle schau verwundert und versuchen dagegen anzusingen, nur Greg Lemond denkt sich: Die Marseillaise geht doch ganz anders.

  23. Tennis. Meden auf Weltniveau. Frauen. Irgendwas mit Fed Cup. Das isses. Bis dahin ist es einfach und schnell.
    Sänger singt über alles. Ah, das Lied der Deutschen 1. Strophe.
    Hymnenskandal. Jetzt muss Google den Closer machen.
    2017 Fed cup Hawaii gegen USA da ist es passiert.

  24. Je mehr Kalender, umso weniger Zeit. Aber danke für das machbare Rätsel aus diesem Jahr: Tennis, Fed Cup in den USA und die erste Strophe der deutschen Nationalhymne. Gegen die Petkovic und Co. mit dritter Stimme ansangen…

  25. In Zusammebarbeit mit der werten Mutter heute gelöst 😉
    Sie brachte mich auf Tennis und da stach es mir ins Auge

    Fed Cup dieses Jahr auf Hawaii? Görges verletzt sich früh, Deutschland ist chancenlos… aber vorallem die falsche Strophe der gesungenen Hymne bleibt im Gedächtnis

  26. Ganz gut eigentlich, dass die werten Mitwirkenden auch nicht so richtig viel Zeit (oder Lust) übrig hatten für lange Kommentare, die ganz dringend nach einer Replik schreien. Bei mir ist Zeit heute in der Tat auch ein sehr knappes Gut.

    Die Lösung lag zumindest für all jene, die mit dem Begriff “Meden” (Danke für die Blumen, @brustringjogger et al!) etwas anfangen können, sehr rasch auf der Hand, für die anderen war es vielleicht etwas aufwendiger, wenn auch – offensichtlich – machbar. Lag ja vor allem nicht so weit zurück, die Erinnerung war noch frisch.

    Erstes Quartett: Sportlich bescheiden, Abstiegskampf steht wohl an, mehrtägiges Ereignis, mehrere Personen.

    Zweites Quartett: Es gab Ausfälle, im Einzel hatte jemand zuvor gute Erfolge erzielt. Die Gegenseite sollte stöhnen. Tut man ja auch nicht bei jeder Sportart (nicht wahr, @JP?). Und Verletzungspech. Auch beim Ereignis selbst.

    Erstes Terzett: Es geht um junge Damen, und dann: Meden. Wer schon einmal im Ligenbetrieb aktiv war, kennt die “Medenspiele” im deutschen Tennis, benannt nach dem früheren Verbandspräsidenten Carl August von der Meden. Die Sportart ist also klar, und da es um Damen und Teams und Weltniveau geht, auch der Wettbewerb: Fed Cup. Und da ist offenbar etwas für die Medien Interessantes geschehen., ein “Auftritt”

    Zweites Terzett: Ein Mann singt, ein Teil des Inhalts steckt in den Zeilen, etwas durcheinander: “Deutschland”, “über alles”, reicht schon, dazu noch Trutz. Die deutschen Gäste versuchen ihn zu übertönen. (Doch er hat den Vorteil des Mikrofons.)

    Passiert immer mal wieder, dass irgendwo die erste Strophe des Lieds der Deutschen gesungen wird, Unkenntnis, Humor, Absicht, you name it. Hier also im Fed Cup, Anfang 2017 war das, in den USA, genauer: auf Hawaii. Die deutsche Delegation war ziemlich entsetzt, der Auftritt des Sängers (dem Vernehmen nach ein Lehrer) bemerkenswert. (Link gibt’s oben bei Rio Laago.)

    Haben die werten Kommentierenden damals auch so begeistert die Mini-Serie “Als Amerika nach Olympia kam” verfolgt, die in meiner Teenie-Erinnerung so großartig war und die doch nie mehr so im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, dass ich es mitbekommen hätte? Es geht um die nicht ganz frei von Hindernissen erfolgte Teilnahme eines amerikanischen Teams an den Olympischen Spielen von 1896. Unter anderem lag, so meine Erinnerung, keine amerikanische Hymne vor, so dass man sich mit dem Yankee Doodle behalf. Wäre hier wohl auch die bessere Alternative gewesen.

    @Marco, @zugzwang74: Andrea Petkovi hat ihre Aussagen tags darauf ja deutlich relativiert. Dessen ungeachtet war die deutsche Delegation glaubhaft ziemlich aufgebracht.

    @rebiger: Ich fürchte, Bier war kein Faktor. Unwissenheit, auch keine Sensibilisierung für das Thema, wie @Fighti sicherlich zurecht anmerkt.
    Und der HSV, nun, den lest ja nur Ihr immer und überall rein … ; ) (Ah, nee, @SD hat Dich gerettet.)
    @marktwain64: Schön, jetzt kenne ich also auch das Œu­v­re von Israel Kamakawiwoʻole …

    @nurdertim: Ja, die Becher-Hymne (darf man das noch so sagen?) kommt morgen. Ernsthaft: Keine Ahnung. Überraschen würde es wohl nicht.

    @martin: Glückwunsch! Kreisklassenmeister bleibt man sein Leben lang. Und natürlich zu „on the Etsch“.

    @dagobert95: Kann ja jeder sagen! (Aber gut, ich käme mit.)

    @Christian Prechtl: Ob die da wirklich das Horst-Wessel-Lied kennen, weiß ich nicht so genau. Bei den anderen Zeilen bin ich ganz bei Dir.

    Zu allen, die danach kommentierten, kann ich nichts mehr sagen. Weihnachtstermine.

  27. Als Amerika nach Olympia kam. Eine großartige Serie. Ich erinnere mich an eine Szene, in der man eine Dame im langen Rock (?) das durchgehende Laufen über die Hürdensprintstrecke erfinden ließ, wo doch die Herren noch vor jedem Hindernis abzustoppen und langsam hinüberzuspringen pflegten. Großartige Erinnerung an ein tatsächlich vor langer Zeit gesehenes Fernsehkleinod…

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