siebzehn/zwanzigsiebzehn

Ein Joker, zweifellos, für Euch Experten:
Es reichte wohl, ein Stichwort zu benennen,
schon würdet Ihr des Herren Namen kennen.
(Bestimmt verfolgt Ihr jetzt schon gute Fährten.)

Es handelt sich um einen lang verjährten
Versuch, sich selbst in einem großen Rennen
von seinen Konkurrenten klar zu trennen –
die sich darob nicht sonderlich beschwerten.

Manch einer unterstellt ihm Größenwahn:
Er ließ sich Zeit, in einem schnellen Sport,
und fiel damit – nur bildlich – auf die Nase.

Das Zauberwort hieß schlichtweg Außenbahn,
das Resultat: Olympischer Rekord.
Und seines Landsmanns Name ist nicht Hase.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

11 Gedanken zu „siebzehn/zwanzigsiebzehn

  1. „Sapperlot, jetzt schwimmt er schneller als der Olympiasieger“, so ruft der Kommentator noch heute alle vier Jahre am Vorabend der Olypischen Spiele, wenn wie üblich auf frühere Austragungen zurückgeblickt wird. Im seinem Fall gab es wohl keine Dagmar Hase, die auf ihren Finalplatz für Kollegin van Almsick verzichten konnte, für Thomas Fahrner über 400m Freistil in LA.

  2. Thomas Fahrner Olympia 1984, dort versuchte sich im Vorlauf über 400 m Freistil eine Aussenbahn zu erschwimmen. Sprich Platz 7 oder 8 in der Zeitenliste.
    Das ging schief.
    Er schaffte es nur ins B Finale, schwamm dort olympischen Rekord und schneller als der Olympiasieger dessen Name ich nicht kenne.

  3. Das klingt für mich als Schwimmdaddy nach Thomas Fahrner, Olympia 1984 (längst verjährt), der ins Finale wollte, dieses um 9/100 verpasste, im B- Finale antrat, olympischen Rekord schwamm und damit schneller war als der spätere Olympiasieger, aber nur 9. wurde… Auf die Story warte ich schon die ganze Zeit…

    Glückwünsche zur richtigen Lösung nehme ich gerne heute im Inselbad entgegen…

  4. Ich gebe zu, nachdem mein 1. Versuch gestern scheiterte, bin ich ein wenig verstört.

    Auch heute passt meine Lösung gut – aber dann doch nicht zu 100% – oder?

    Falls ich richtig liege, sind wir heute – endlich – mal wieder in Los Angeles 1984 gelandet: Thomas Fahrner wollte im 400m-Freistil-Finale auf die Außenbahn – und hatte dann nur die 9.beste Zeit. Ergo B-Finale, in dem er Olympischen Rekord schwamm.

    Aber der Neme des Landsmanns? Okay, Michael Groß heißt nicht Fuchs. Und Stefan Pfeiffer hat zwar drei f (eins vor dem Ei und zwei dahinter) – aber was hat das mit Fuchs zu tun? Wenn das kein Hinweis auf Dagmar Hase war, müsste ein anderer Tiername her…

    Nun gut, wenn mich die Fauna heute im Stich lässt, warte ich gespannt auf die Auflösung.

  5. Heute wieder deutlich entspannter. Vom Schauplatz des gestrigen Dramas reisen wir einmal über den nordamerikanischen Kontinent in die Stadt der Engel, einem Vorort von Lakewood, California, dem Geburtsort von Greg Lemond, der sich zu der Zeit auf seine, wie wir wissen erfolglose, Titelverteidigung bei der straßen-WM vorbereitete.

    Eben dort fanden 1984 die Spiele der Olympiade statt. Der pubertierende Unterzeichner verfolgte seine ersten „echten“ Spiele, bei denen er wirklich systemaatisch drannbleiben konnte. Die Eröffnung: ein Raketenmann flog durchs Stadion, 84 Flügel erklangen mit Gershwins Rhapsodie in Blue und ein Prässident mit schauspielerischem Talent änderte locker flockig die Eröffnungsformel indem er einfach das Prädikat ans Ende setzte. Da schaute der sympathisch weinende Misha aus Moskau leicht neidisch.

    Ebenso cool wollte der Pfälzer Thomas Fahrner sein, „le plus Français des Allemands“. Als Mitfavorit startete er in die 400 Meter Freistil und wollte im Finale möglichst eine Außenbahn ergattern, da ihm die erfolgversprechender erschien. Zu dem Behufe musste er sich zwar qualifizieren, aber bitte nicht zu schnell, da die schnellsten innen schwammen. er hielt sich also in seinem Halbfinale zurück, das er gleichwohl gewann. Aber dumm gelaufen: in den anderen waren 8 Leute schneller als er, so dass alle Finalbahnen vergeben waren und die Medallien ebenso – aber halt nur nicht an ihn.

    Im kleinen Finale gewann er mit Wut im Bauch und schneller als der Sieger des Finales in olympichem Rekord. Er ist somit der einzige Schwimmer, die im Wettkampf alle Läufe gewannen – und trotzdem nix gewannen. Der 9. Platz war es am Ende.

    Sein Landsmann hieß nicht Hase, wohl aber seine Landsfrau aus dem anderen Deutschland, Dagmar mit Vornamen, die 8 Jahre Später in der gleichen Disziplin Gold gewinnen sollte.

  6. Ich denke die ganze Zeit an Dieter Baumann in Barcelona, aber der ist auf die Innenbahn, fürchte ohne große Recherche komm ich nicht weiter.
    Jetzt mit den Jungs ins Kino, möge dort die Macht mit mir sein und falls mir eine Laser-Erleuchtung aufgeht, liefere ich später nach.

  7. Ha, endlich mal was, als ich noch jung war. Thomas Fahrner, LA, verzockt, verkackt, veralles. Dafür schwamm er dann im B-Finale schneller als der Olympiasieger.

    Strecke weiß ich nicht mehr, 400 oder 1500 Meter sollten es aber gewesen sein.

  8. Außenbahn. Da fallen mir, inzwischen nach reichhaltigem Plätzchengenuss träge geworden, nur Leichtathletik und Schwimmen ein. Ein Olympiarekord soll dabei sein, obwohl sich jener Zeit gelassen hat. Und der Teamkollege heißt nicht Hase. Werde nachher wieder staunen, wer das ohne Google-Hilfe wusste.

    Mir hilft zunächst nicht mal das Netz weiter, zumindest bei den Leichtathleten.
    Bei den Schwimmern geht’s flotter. Wenn es nämlich stimmt, dass der olympische Rekord über 400 Meter Freistil aufgestellt wurde, dann ist es Thomas Fahrner. Der bummelt 1984 im Vorlauf extra, um im Finale auf einer der wohl günstigeren Außenbahnen starten zu können. Nur erreicht er das halt nicht. Im B-Finale ist er dann flott unterwegs. Olympia-Rekord, aber keine Medaille.

  9. Also die schlechte Nachricht ist: ich weiß heute gar nichts (bisher ja doch meistens mindestens halb), und nicht mal mit Google komme ich auf eine Geschichte, bei der für mich alles passt.

    Die gute Nachricht ist: die ausgiebigen Recherchen haben mir mit Sicherheit sämtliche restlichen Geschichten des Adventskalenders zusammengetragen, ich brauche nur noch die richtige Reihenfolge… angefangen mit heute.

    Nur eine kleine Kostprobe:
    Billy Mills hat 1964 in Rom Sportgeschichte auf den 10000 m geschrieben. Der damals 26-Jährige hatte den OLYMPISCHEN REKORD von Bolotnikov (gelaufen 1960 in Rom) um acht Sekunden verbessert und eine denkwürdige Leistung abgeliefert. Der Sensationstriumph ergründete sich in einer Mischung aus der strategischen Position des unterschätzten Herausforderers, der nichts zu verlieren hatte, UND:
    aus dem taktischen Feingefühl, auf der vom Regen noch nicht ganz so aufgeweichten und unebenen AUSSENBAHN die Entscheidung herbei zu führen.

    Tippen möchte ich dennoch auf Thomas Fahrner, auf den manches passt. Und wenn man bei Kamke raten muss, ist LA 84 immer eine gute Option. (Und ich kann mir einreden, zu jung zu sein, um die Geschichte kennen zu können.)

  10. Sodele. Der eine oder andere Kommentar spricht ja eine recht deutliche Sprache: Der war überfällig. In der Tat ist er, ich hatte es angedeutet, einer der Väter des diesjährigen Themas.

    Dafür sind es vergleichsweise wenige Antworten. Was am Sonntag liegen mag, eine Woche vor Heiligabend. Oder an meinem Alter und meiner Filterblase. Unter Umständen gibt es da draußen ein paar 18-Jährige, die die Geschichte seiner wohl bittersten sportlichen Stunden gar nicht kennen. Oder, um ehrlich zu sein, seinen Namen. Und vielleicht trifft das auch auf 30-Jährige zu. Ganz eventuell war ich auch nicht so richtig konkret.

    Zum Text: Das erste Quartett ist wieder eher so meta, es sei leicht und so, bisschen Druck aufbauen. Wer schon einen Verdacht hat, mag sich von der Wortwahl “Fährten” bestätigt fühlen.

    Zweites Quartett: lange her, großes Rennen, der Versuch, Distanz zu den Konkurrenten (Favoriten?) zu halten.

    Erstes Terzett: Offenbar bewegte er sich tempomäßig bewusst nicht an seinem Limit, was ihm auf die Füße fiel.

    Zweites Terzett. Außenbahn. Meine Generation lächelt wissend. Aber wieso ist sein Name nicht Hase? Also des Landsmanns.

    Nun, der Name Dagmar Hase fiel in den Kommentaren. Neben einer Reihe sportlicher Erfolge im Schwimmbecken (Olympiasieg 1992!) ist es eine andere Aktion, deretwegen man sich an sie erinnert: Bei der WM 1994 verzichtete sie auf ihren Finalplatz über 200 Freistil, um ihrer Teamkollegin und Favoritin Franziska van Almsick, die das Finale aufgrund einer zu schwachen Zeit im Halbfinale verpasst hätte, den Start zu ermöglichen, was diese ihr mit dem Titel dankte. Hase selbst hätte über 400 ähnliche Unterstützung brauchen können, bekam sie aber nicht. Sie hatte eben keine Dagmar Hase als Teamkollegin …

    Genau wie … Thomas Fahrner. 1984, Sie erinnern sich, kam hier in vergangenen Jahren öfter mal vor. (Auch deshalb durfte ich dereinst mit Herrn @sport_thies unter falschem Namen im Radio drüber reden.)

    Fahrner war Favorit und wollte aus taktischen Gründen im Finale auf einer Außenbahn antreten, weshalb er im Halbfinale etwas langsamer schwamm. Zu langsam. Sein Teamkollege Stefan Pfeiffer kam ins Finale und hatte natürlich völlig recht, selbst seine Chance zu suchen. Fahrner gewann dann das B-Finale, wurde also Neunter, und zwar in olympischer Rekordzeit, schneller als Olympiasieger George DiCarlo, und ja, ich könnte mich schon wieder in Rage reden. Überlasse ich Herrn Thies.
    Und für die Detailinformationen haben wir heute Felix, dessen Erinnerungen bei jener Podcastaufnahme sicherlich hilfreich gewesen wären.

    @Torben: Ah, da ist der Beweis, dass auch interessierte jüngere Menschen mindestens alle vier Jahre die Gelegenheit bekommen, ihn kennenzulernen!

    @Doktor_D: Volle Punktzahl, an den Sieger erinnert sich eh keiner.

    @nutman: Bist halt auch einer von uns. Generationsmäßig. 🙂

    @SD: Die Sache mit Fuchs und Hase dürfte ja nun geklärt sein …

    @Felix: Ah, Entspannung bereits beim ersten Absatz: Greg ist dabei!

    @Rio Laago: Da hat’s auch einer verkackt. Wie kann man nur die Innenbahn so öffnen!?

    @zugzwang74: “Endlich mal” ist gut. Mich erreichen ständig Hinweise, die meisten Türchen seien für alte Menschen wie uns.

    @marktwain64: Sie sind diesmal fein raus. Ohne Google wussten es nur ältere Herrschaften.

    @martin: Mist, jetzt muss ich wohl noch einmal umdisponieren. Dann kommt kommende Woche halt doch der DFB mit dem Management seines Pilotprojekts “Videobeweis” in den Verkackkalender. An jedem einzelnen Tag, ohne dass sich etwas wiederholt.
    Verzeihung. Ich schweige schon.

    Honourable (Non-)Mention: @chrisprech.

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