vierzehn/zwanzigsiebzehn

Das Regelwerk war seinerzeit ne Rotze!
Verzeihung für das krude Bild im Hirn –
ich wollt’ natürlich niemanden verwirrn,
saß damals selbst verwundert vor der Glotze:

Ein junger Mann denkt wütend: Mensch, ich kotze!
Ich will da hin! Sein Kopf beginnt zu schwirrn.
Er fragt den Chef und hat final die Stirn,
sie zu verarschen. Danach folgt: Geprotze.

Die Regelhüter schaun sich’s an, perplex,
und ahnen, dass ganz Deutschland sie verlachet.
Ein Sportverband ist wütend – to the max!

Er sperrt – nun aus der Lethargie erwachet –
den Mann dank individueller Lex.
Drum bleibet still, wenn ihr mal so was machet!

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

22 Gedanken zu „vierzehn/zwanzigsiebzehn

  1. Mach et, Otze! Und er, Frank Ordenewitz, hat es gemacht, sich, mit gelber Karte, die zur Finalsperre geführt hätte, bedacht, im Pokalhalbfinale vom Platz stellen lassen. Ball wegschlagen, glaube ich. Dieser Platzverweis hätte nach geltenden Regeln eine Sperre für vergleichsweise uninteressante Bundesligaspiele bedeutet, im Pokalfinale wäre er spielberechtigt gewesen, so sein cleveres Kalkül. Er gab eben diese Überlegung im Interview kund, woraufhin der DFB, sich nicht in angemessener Weise ernst genommen fühlend, gegen jede juristischen Prinzipien den Otze dann doch für das große Spiel sperrte. Eine Fehlentscheidung zweifellos. Und, unter uns gesprochen, schade um die Ehrlichkeit des „Mach et!“

    Es sei hier nur ein Lob ausgesprochen, daß der Hausherr den, für Früh- und Spätpubertierende, offensichtlichsten aller offensichtlichen Reime unterlassen hat. Dies zeigt, daß ein gewisses Niveau gehalten wird, keine Selbstverständlichkeit in diesen so schweren Tagen.

  2. Höhö, nichts reimt sich auf Rotze!

    Frank Ordenewitz hat mit Erich Rutemöller damals im DFB-Pokal-Halbfinale eine rote Karte provoziert, weil er dadurch beim Pokalfinale dabei gewesen wäre. Mit Gelb wäre er gesperrt gewesen. Und dann sagte Erich Rutemöller den berühmt gewordenen Satz: Na dann mach et, Otze!

  3. Ha, ohne Google!
    Auf so viel Glotze, Kotze, Geprotze reimt sich selbstverständlich nichts, außer Otze.
    Und so begab es sich, dass seinerzeit Frank Ordenewitz im Pokal-Halbfinale eine absolut unnötige Rote Karte „erzwang“.
    Gelb hatte er schon gesehen, dies war seine zweite im Wettbewerb und hätte damals eben zu einer Sperre im Finale geführt. Eine Rote Karte hingegen (Gelb-Rot gab es noch nicht) führte zu einer Sperre in den folgenden Pflichtspielen, also der Bundesliga.
    Hatte vielleicht lausbübisch klappen können, wenn nicht sein Trainer Rutemöller danach im TV-Interview alles zugegeben hätte, mit den schnell geflügelten Worten: „Mach et, Otze!“

  4. Machet Otze
    Rotze
    Glotze
    Kotze
    Geprotze

    Mit der Lösung klingt es extrem einfach und offensichtlich, ich stand jedenfalls komplett auf dem Schlauch und habe noch nicht mal eine Idee zur Sportart gehabt.
    Über Google Lücken im Regelwerk gefunden und da tauchte der Name Ordenewitz auf!
    Ob der simplen Lösung fast errötet. Mal schauen wie es den anderen ergeht.

  5. Ich bin sportlich offensichtlich sehr monothematisch aufgestellt…
    „Mach et, Otze“ wird hier wohl gesucht sein. (Und ganz nebenbei wühlst du, schon wieder!, in einer Wunde: Die Verpflichtung von Frank Ordenewitz war, in einem eh recht düsteren HSV-Jahrzehnt, alles andere als ein Glücksgriff.)

  6. Andi Möller wollte in den Strafaum. Dass er seinen Trainer vorab gefragt hatte, ob er sich mit seiner Schutzschwalbe in Sicherheit bringen soll, wusste ich allerdings nicht.

    Nein, nein. Es geht schon um Frank Ordenewitz, der im Pokalfinale unbedingt dabei sein wollte. Otze machte et und kassierte gelb-rot. Er wurde dann aber trotzdem für das Pokalfinale und nicht für das nächste Bundesligaspiel gesperrt (was eigentlich die nach den Regeln zu verhängende Sanktion gewesen wäre).

  7. Heute kann ich nur googlen – mir stolpern die Nominierungskriterien für die Radfahrer bei Olympia über den Weg – Lex Käß – die Nominierung von Robert Förstemann als Mountainbiker, der dann doch bei den Bahnrennen starten soll…

    Aber Geprotze? Deutschland lacht? Passt irgendwie nicht dazu…

    Da offensichtlich nichts mit Japan drin vorkommt, kann auch die Gattin nicht helfen – wenn’s um’s Radfahren geht, wird @dasmietmaul Bescheid wissen… und dann wieder mit der Einbeziehung der juristischen Zunft wedeln, wenn es um Schließung von Lücken in Regelwerken geht…

    Ich passe für den Moment und lasse andere lösen…

  8. Rotze Glotze Mach et, Otze. Der Sound bringt heute die Lösung. Und die Erinnerung an Karl Heinz und Bernd 1980 gegen Köln. Wobei ich mich bis heute wundere, wie man die beiden verwechseln konnte.

  9. „Mach et Otze.“

    Frank Ordenewitz wollte im Pokalfinale dabei sein. Er wäre aufgrund der gelben Karten gesperrt gewesen, aber bei einer roten nicht, die in der Liga abgesessen hätte werden müssen; damit wäre er im Pokal dabei gewesen.

    Aber warum Geprotze (außer dem Reim auf Otze)? Rutemöller hat doch weniger geprotzt, sondern nur ehrlich Auskunft erteilt.

    So weit meine Erinnerung ganz ohne Google.

    Sportjuristisch sehr fraglich, die Regeln im Nachhinein zu ändern. Ob das heute durch den CAS gehen würde?

  10. Heute bin ich ziemlich ratlos. Mir will sich nichts wirklich erschließen, auch wenn ich einige der Hinweise durchaus erkannt zu haben glaube. Aber was hat es mit der Rotze auf sich? Dem Gespräch mit dem Chef, dem Geprotze, der Lex? Heißt der Gesuchte Max, ist die Strafregelung nach ihm also Lex Sowieso (vermutlich nicht Barker) benannt? Ich habe den halben Freundeskreis mobilisiert und wuschig gemacht, allein eine Lösung ist uns nicht eingefallen. Wir sind noch nichtmal bei einer Sportart, auf die man sich einigen könnte. Von Johann Mühlegg über Max Kruse bis Max Verstappen war alles dabei. Aber nichts, was wirklich schlüssig erscheint. Insofern heute (vorerst, vielleicht kommt er ja noch, der Geistesblitz) #Flinte #Korn

  11. „Ganz Deutschland“ – war ich da auch dabei?

    Echt keine Ahnung heute. Irgendein Sportler, der sich durch Erbrechen in eine niedrigere Gewichtsklasse gemogelt hat? Ein Max etwa?

    Wenn der Heini Kamke damals selbst noch jung war, müsste ich es auch gewesen sein – also eigentlich genug Zeit gehabt, um alles Wesentliche zu verfogen…

  12. Es knallte wie nur gute Böller
    ein Satz von Erich Rutemöller.
    Er forderte nicht „Renne, schwitz!“
    vom Spieler Frank Ordenewitz.
    Nein, gelb sollt‘ er sich lieber holen,
    empfahl er ihm ganz unverstohlen,
    und der hat sich dann nicht gezügelt –
    das „Machet“-Wort ist längst geflügelt.

  13. Tappe mal wieder wie in den letzten Tagen auch ziemlich im Dunkeln. Aber diesmal wenigstens eine klitzekleine Vermutung. Rotze. Sperre. Das führt mich zu Rijkaard vs Völler 1990.

  14. Der Frank, der hatte nen Termin,
    er wollte fahren nach Berlin.
    Drum lief er schnell zum Trainer hin:

    „Wie wärs, wenn ich beim Schiri motze
    oder mit meiner Schusskraft strotze,
    was sachste, Erich?“ „Mach et, Otze.“

    —————————————–
    Hatte tatsächlich den Trainer nicht mehr im Kopf und auf Christoph Daum getippt. War auch gar nicht so weit daneben.

  15. Nun gut, meine Damen und Herren, ich habe mir da eine kleine mathematische Spielerei erlaubt.

    Die Lösung besteht aus den letzten sechs Buchstaben des zweiten Terzetts und den letzten vier der ersten Zeile des ersten Quartetts, wobei es speziell für den zweiten Teil auch noch ein paar alternative Lösungswege gegeben hätte.

    Wem allerdings diese Lösung nicht unmittelbar ins Auge fiel, der oder die hatte es mangels konkreter Hinweise nicht ganz leicht. Ok, bisschen was stand ja schon noch da, aber Sportart und zeitliche Einordnung dürften nicht ganz leicht gefallen sein.

    [Edit, Stunden später: Ich lache gerade zugegebenermaßen unangemessen laut, als ich die Kommentare der Herren @Lurchmolch und @SD lese, die sich – was von vornherein nicht ganz unplausibel war – offenbar auf der Suche nach Hinweisen ein bisschen verirrt haben, anstatt, wie soll ich sagen, schlicht hinzuhören. Ja, das ist vielleicht ein bisschen gemein. Weil anders.]

    Also, es war “damals”, und mit den Regeln stimmte irgendetwas nicht.

    Ein junger Mann darf irgendwo nicht hin, was ihn ärgert und weshalb er offenbar einen Trick anwendet, in Absprache mit seinem Chef. Fina-al, o-o! Und sie scheinen stolz darauf zu sein bzw. davon zu erzählen.

    Den Regelhütern kann das nicht gefallen.

    Sie sperren den jungen Mann, offenbar ihre eigenen Regeln beugend. Hätten die Trickser mal den Mund gehalten!

    So war das mit dem Otze, der den Ball weggeschlagen hat, um vom Platz zu fliegen und damit doch im Finale spielen zu dürfen, Ihr kennt die ganze Geschichte. Und mit dem Erich, seinem redseligen Chef. Und mit Fußball als Mathematik.

    Danke schön, wie immer!

    @JP: Oh je. Ich hatte ja vorgestern (?) schon angekündigt, dass hier demnächst was mit versammeln kommt. Und man kann ja nicht immer stark bleiben in diesen so schweren Tagen. Davon ab: Ja, schade um die Ehrlichkeit.

    @sport_thies, Frodo, und eigentlich alle, mich eingeschlossen:
    Wenn man Wikipedia glauben darf, hat er es gar nicht so gesagt:
    Erich Rutemöller sagte damals vor laufender TV-Kamera wörtlich: „Otze kam zu mir, und ich finde, man sollte ihm die Chance nicht nehmen, und da hab ich gesagt: ‚Mach et!‘“. Diese Aufforderung ist später in diversen Abwandlungen zum geflügelten Wort „Mach et, Otze!“ geworden.
    Stimmt.

    @Rio Laago: Ich war gespannt, ob es vielen so gehen würde wie eben von Dir beschrieben, oder ob alle nur gähnen und nach ein paar Sekunden lösen. (Hihi. Geklappt.)

    @zugzwang74: Den Namen konnte ich nicht zuordnen, aber die Aktion hatte ich natürlich mitbekommen. Wahnsinn.

    @fschmidt77: Dass Ordenewitz nach Hamburg ging, hatte ich vergessen.

    @Das_Mietmaul: Ist es so, dass die Pokalsperre nicht zusätzlich kam? (Ok, ist so, grade nachgeschlagen. Er hat am Samstag drauf sogar ein Tor erzielt. Kleine Erkenntnis am Rande: Damals war der letzte Bundesligaspieltag am 15. Juni!)

    @nutman: Mensch, Du förderst da Sachen zutage, die mir recht wenig sagen … Dich hätte ich mal im November fragen sollen!

    @Christian Prechtl: Das ist mir auch immer ein Rätsel gewesen.

    @braindrain21: Ja, protzen ist ein großes Wort. Ich gehe aber davon aus, dass die Aussage angekommen ist. Ein etwas abgewandeltes Si tacuisses, quasi.

    @Faouzi: “Renne, schwitz!” Sehr hübsch!

    @BentheMan1980: Über Rotze zu Rijkaard, das ist ziemlich gut.

    @Martin: Ja, dieser Award, mit dem hatte ich in den Kommentaren öfter gerechnet.

  16. Puh… da wäre ich in drei Wochen nicht drauf gekommen. Trotz großer Fußballaffinität war mir der Otze leider kein Begriff. Danke für das Schließen dieser Wissenslücke 🙂

    1. Ist dann vermutlich einfach ne Altersfrage. Können sich Leute meines Alters wohl gar nicht vorstellen, dass man Otze nicht kennt.

  17. #Brett #Kopf #hätteichdamalsschonwissenmüssendassesjahrespätereinengrundgegebenhabenwirddasspielgegucktzuhaben

    Ich werde davon träumen heute Nacht. Brrrr.

  18. Erstaunlicherweise (oder nicht wirklich erstaunlicherweise) bleiben ja solche Geschichten mehr hängen als das eigentliche Finale, obwohl das ja durchaus sehr dramatisch war.

    Aber ich hätte ohne Wikipedia nicht mehr gewusst, gegen wen es dann für Köln ging und wer die Tore schoss.

  19. Habe gestern ganz schon drüer gerätselt, was denn ein Hinweis ist und wie zu interpretieren (gerade das mit dem sich übergeben)
    Ja, hätte ich drauf kommen können, die Szene kannte ich sehr wohl…

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