zehn/zwanzigsiebzehn

Es sei utopisch, hatten sie gesagt.
Allein daran zu denken sei absurd.
Der Technikpartner hatte kurz geknurrt,
doch letztlich keinen Widerstand gewagt.

Das junge Mädchen hat sich lang geplagt,
im harten Ostblocktraining nicht gemurrt,
hat allerlei Bandagen festgezurrt
und stufenweis’ nach Perfektion gejagt.

Es war nicht sie, die’s irgendwann verkackte.
Im Gegenteil: Sie war schlechthin perfekt,
wie bald darauf Bo Derek (dort: beim Baden).

Doch als sie jene Sehnsuchtsnummer packte,
da hieß es nur, die Tafel sei defekt.
Und unbeziffert bleibt: ein Imageschaden.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

22 Gedanken zu „zehn/zwanzigsiebzehn

  1. 10 die Traumnote im Kunstturnen, die schaffte Nadia Comaneci in Montreal bei Olympia 76 gleich mehrfach. Unter anderem am Stufenbarren.
    Blöd nur, dass die Anzeigen nur 1,00 anzeigen konnten.

  2. Nur kurz, denn gleich geht’s ins Theater: Nadia Comăneci, Olympia 76 in Montreal. Sie holte die Derek‘sche 10, die Anzeigetafel ist dafür nicht gemacht und zeigt eine 1,0.

  3. Der Technikpartner verwirrte kurz (Formel 1), aber die Perfektion und die Anzeigetafel verweisen wohl doch auf Montreal 76, Nadia Comaneci (o. ä), die perfect ten. Man wird bestärkt durch den stufenweisen Stufenbarren und die typischen Bandagen an den Gelenken.

    Vor einigen Wochen gab es noch einen interessanten ÖR Podcast über sie, speziell die politischen Aspekte und die Zeit nach der Karriere.

  4. Junges Mädchen, Ostblock, Bandagen, Stufen(barren), zeitlich vor Bo Derek … und perfekt. Genug Hinweise, um sofort an Nadia Comăneci zu denken. Die Geschichte mit der Tafel war allerdings nur irgendwo im Hinterkopf vergraben, gelesen hatte ich es wohl mal, vermutlich sogar miterlebt. Nadia Comăneci ist eine meiner ersten (oder gar die erste?) sportlichen Erinnerungen, „damals“ mit knapp 5 Jahren. Montréal 1976, meine Eltern, die ganze Welt war begeistert.
    An Hoeneß 1976 meine ich mich auch noch dunkel zu erinnern, bei der WM 1978 war ich dann voll dabei.

  5. Betty Heidler 2012? Bin recht unsicher,aber damals wollte die Software ihre Weite nicht annehmen (weil exakt gleich mit der Vorwerferin),nahm stattdessen nur den Wurf der nächsten Konkurrentin an. Hätte sie fast Bronze gekostet bei den Olympischen Spielen. (Nur was Bo Derek damit zu tun hat,kann ich mir nicht erklären,daher bin ich unsicher)

  6. Bravo. Ganz aktuell hat der Herr Kamke (Niemals würde ich Sie testen wollen, Disls Schießleistungen waren natürlich durchwachsen, da hab ich gestern was durcheinander gebracht) das aktuelle Scheitern der Videoschiedsrichter aufgegriffen. So hätte ich es nach den ersten Zeilen eintragen können.

    Doch dann geht’s statt um Banden um Bandagen, Ostblock und zudem kommt Bo Derek aus dem Wasser in „Zehn – die Traumfrau“. (Danke für diese Augenschmaus-Erinnerung aus meiner Pubertät.) Irgendwann davor hat also irgendwas, vermutlich beim Turnen, mit der Wertung nicht geklappt. Ich erinnere mich nicht daran. Nur an eine überragende Sportlerin: Nadia Comaneci.

    Das Ereignis muss ich googeln. Auf die Ergebnistafel passte die 10,0 nicht drauf. Es leuchtete also ein 1,0 auf. Mondieu Montreal.

  7. Das war die zu kleine Anzeigetafel, auf die die 10,0 nicht draufpasste, die Nadia Comaneci als erste Turnerin überhaupt erturnte. Ich musste den Namen aber googeln/googlen (?) und hab dabei gelesen, dass Monate vor den Wettkämpfen in Montreal 1976 die Herstellerfirma größere Anzeigetafeln angeboten hatte, diese vom internationalen Turnverband aber abgelehnt wurden, weil das eh niemand erturnen könnte.
    Schöne Geschichte, danke Kamke!!

  8. Also:
    Bo Derek (hach…): Zehn, die Traumfrau. Geht wohl um eine 10.
    „im harten Ostblocktraining nicht gemurrt“. Muss also eine junge Sportlerin vor dem Fall des eisernen Vorhangs gewesen sein.
    Wo wird eine 10 verteilt? Beim Eiskunstlaufen nicht, früher aber beim Turnen.
    „stufenweis nach Perfektion gejagt“. Stufenbarren.
    Welches osteuropäische Mädchen hat mal die 10 auf dem Stufenbarren geholt? Welche Turnerin kenne ich am ehesten? Nadia Comaneci.

    Dann den Fall gegoogelt: 1976 bei Olympia hatte sie die 10,0 bekommen, die Anzeigetafel hatte aber nur die 1,00 angezeigt.

    Das Einzige an diesem Rätsel, das ich nicht kapiere: Was für ein Technikpartner? Kamke, erklären Sie sich!

  9. Zu googeln heute: wann badete Bo Derek. Dann war man stufenweise schon beim Stufenbarren 1976.Nadja Ostblock-Spatz Comaneci, Perfektion 10,0, nicht anzeigbar damals…

  10. Nadia Comaneci, Montreal 1976.
    Die 10 am Stufenbarren konnte nicht eingeblendet werden und wurde deshalb als 1.0 dargestellt, was kurz für Verwirrung sorgte.

  11. Ein Rätsel für meine Altersklasse! Nadia Comaneci, die in Montreal 76 die perfekte 10 erhielt, die allerdings nicht angezeigt werden konnte… Ich dachte zuerst an Eiskunstlauf (Technikpartner?) Aber die Hinweise waren dann doch deutlich: „stufenweise“ (Stufenbarren) und sexy Bo Derek (10!!).

  12. Heute bin ich mal etwas kleinlaut und krieche canossaartig durch das Antwortfeld der Kommentiermöglichkeit: ich habe aber auch keine Ahnung, um wen, bzw. welches Ereignis es hier geht.

    Mein erster Impuls geht hier gen Turnen, denn das „stufenweis“ lässt mich an den Stufenbarren denken, auch ist der Turnbereich ja für junge Ostblock-Mädchen (das hört sich so falsch an) bekannt.

    Bo Derek ist ein Hinweis auf den Zeitraum: es wird Ende der 70er gewesen sein, denn Frau Derek war ja erst kurz darauf und somit eine Ikone der Früh-80er.

    Auch die Anzeigetafel ist wohl ein Hinweis auf die Sportart, denn dort wird ja beim Turnsport die Note für das Dargebotene angezeigt.

    Ich vermute, das eine Turnerin etwas gemacht hat (12facher Salto Mortale mit eingesprungenem Rittberger und Marmelade kochen während der siebten Umdrehung), was man damals als nicht für möglich (utopisch gar) gehalten hat. Und weil es das so ist, kann man das auch nicht bewerten und auch wenn alle jubeln, geht es halt nicht (hier konservativ-stures Empören vorstellen „Das steht so nicht im Regelwerk, also können wir das nicht gelten lassen.“).

    Unterwürfigst um ein Mea Culpa für gestrige Großkotzigkeit bittend, knie ich vor euch, werter Herr Kamke. Demut und Asche auf mein Haupt. Verzeiht.

  13. Nadia Comăneci ist der Name
    jener hochbegabten Dame.
    Die viele Grenzen überwand,
    und nicht hinterm Vorhang verschwand.

    (Die Schreibweise des Namens musste ich jetzt doch googeln).

  14. Heut was zum runterkommen, was leicht verdauliches hat Herr Kamke zum 2. Advent gekocht. Sozusagen eine Turn-Kerze angezündet.
    Die Frau, die perfekt am Stufenbarren turnte war die Nadia Comaneci und dann hatten die Tafeln nur eine Stelle vor dem Komma.
    „Die 10“ – sehr schöner Hinweis, aber wer kennt denn heute noch Bo Derek?

    (Gestern hab ich noch nicht ganz verwunden, hatte ich doch glatt das Gürteltier zoologisch zu den Kleinbären satt zu den Zahnarmen gerechnet. Dafür werde ich die Bumsi Geschichte keine zweites Mal vergessen.)

  15. Schade, gerade heute hab ich keine Zeit zum Reimen, wo ich endlich mal ein Rätsel ohne jedes Nachschauen lösen konnte.
    Wer hier versagt hat, war der Hersteller der Anzeigetafeln, die beim olympischen Kunstturnen in Montreal 1976 eingesetzt wurden. Da waren nämlich keine zwei Stellen vor dem Komma vorgesehen, weil es ohnehin als unmöglich galt, dass jemand mal die Höchstnote 10,0 erhalten würde. Genau das gelang dann aber Nadia Comaneci gleich mehrfach: die „perfect ten“, die bei ihr ungleich verdienter war als die für Bo Derek im Film „10“. Aber die hat dafür wahrscheinlich auch nicht so viel trainiert …
    In Montreal wurde dann notgedrungen eine 1,00 auf der Tafel angezeigt.

  16. Ich muss sagen, dass ich beim Lesen der Antworten schon fast mehr Spaß an den Beschreibungen des Scheiterns als an den richtigen Lösungen habe, trotz teils wunderbarer Gedichte. Und weil‘s dieses Jahr ums Verkacken geht, will ich Euch auch mal an meinem traurigen Schicksal teilhaben lassen, statt wieder die Suchmaschine zu bemühen:

    Ich dachte erst an Leichtathletik, bei den Bandsgen an Katrin Krabbe und ihren Trainer Springstein, der sie wohl mal festgezurrte Gewichte aber die Bahn ziehen ließ- aber Deren Scheitern fällt in eine andere Kategorie.

    Auch die nicht funktionierende Anzeigeetafel könnte ich mir gut vorstellen, zB beim Unterbieten einer Laufmarke oder Überbieten einer Wurfweite – aber mir fällt dazu nichts ein.

    Der Hinwies auf Bo Derek bringt mich auf Kati Witt, deren Playboy-Auftritt mir mal mein zwischenzeitlich verstorbener Freund grinsend unter die Nase hielt. Allerdings habe ich bei Bo „Zehn – Die Traunfrau“ im Hinterkopf – und Kati lief ja wohl nur um die 6,0…

    Trotzdem, Eiskunstlauf liegt so nah, auch mit dem Technik-Partner, dem Ost-Training und den vielen begabten Russen. Bei der Traumnote klingelt‘s aber nur bei Torvill/Dean – das stimmt weder in Bezug auf die Himmelsrichtung, noch scheiterten sie.

    Also bleiben heute nur Fragezeichen… Bevor ich gar nichts sage, wage ich den Kati-Tipp – und verkacke auftragsgemäß. Aber auch das hat mir Freude bereitet.

    Euch allen noch einen schönen Adventsabend!

  17. Also Ostblock, Bandagen, stufenweise, Bo Derek als Generationeneinordnung:
    Da klingelt bei mir nur Nadia Comaneci. Habe aber keine Ahnung, was es mit der defekten Tafel auf sich hat. Nun denn: Ich bleibe bei Nadia Comaneci.

  18. Wann, wenn nicht heute?! Und so möchte ich Herrn @SD zurufen, dass Katarina Witt, Jayne Torvill oder Christopher Dean gegebenenfalls selbstredend bereits am Nikolaustag ins Spiel gekommen wären. Dass indes ich selbst heute auf Schlittschuhen unterwegs war, könnte man vielleicht doch noch als Hinweis … Papperlapapp! Kein langes Gerede, Kamke, Du bist müde und solltest zügig voranschreiten. Gut, dass der Herr @sport_thies die angekündigte Streberantwort in die Tat umgesetzt und fast umgesetzt hat. Nimmt man dann noch einen Hauch @Tösiröö hinzu, ist das Ding durch …

    In aller Kürze: Im ersten Quartett wird der Austausch zwischen dem Veranstalter (sei es das IOC, sei es das lokale Organisationskomitee oder auch der betreffende Sportverband, ich weiß es nicht) und dem “Technikpartner” dargelegt, der kein Sportler war, sondern die Firma Omega, die für Zeitmessung etc. verantwortlich zeichnete. Omega zweifelte offenbar den angesprochenen Utopiestatus an, wurde aber zurechtgestutzt.

    Dann das Mädchen aus dem Osten (ältere Semester denken möglicherweise an Georg Danzer), jung, mit viel hartem Training, dazu Bandagen und Stufen als Sportarthinweise. Und erstmals Perfektion, die im ersten Terzett nochmals explizit konstatiert wird. Wer Bo Derek sei? Auch das eher für ältere Semester, tendenziell männlich, wenn man den einen oder anderen Kommentar drüben bei Twitter richtig interpretiert. War ja auch nachweislich ne Traumfrau (10, Sie wissen schon). Manche mögen mit Blick auf ihr Bad Parallelen zu Ursula Andress ziehen.

    Irgendwann schaffte sie die “Sehnsuchtsnummer”, die Utopie, die Perfektion, die 10. Die nicht angezeigt werden konnte, weil das Angebot des Technikpartners, die Zahl der Ziffern auf der Anzeigetafel zu erhöhen, abgelehnt worden war. (Der damit, lieber @Faouzi, nicht der Versager ist, finde ich.) Der Imageschaden dann noch als kleine Spielerei, keine Ziffern, unbeziffert, Sie kennen das.

    Wie also die meisten herausgefunden haben, geht es um Nadia Comăneci, die 1976 in Montreal als erste Turnerin eine perfekte Übung turnte und dafür die vermeintlich unerreichbare 10.00 erhielt – die eben an der Anzeigetafel nicht dargestellt werden konnte. Da stand dann halt 1.00. Diese Premiere gab’s in der Tat am Stufenbarren.

    @martin: Ist das der Auftakt zu einem Abzählreim? Oder habt Ihr das einfach so immer an Ätschi Bätschi angehängt?

    @brustringjogger: Weißt Du zufällig noch, was das für ein Podcast war? (Hab zuletzt einiges über sie gelesen, interessiert mich.)

    @Asgeirsson: 76 war zu früh. Meine erste Erinnerung ist ein Europacupspiel zwischen Gladbach und Liverpool 1977.

    @B. Frank: Bo Derek hatte eine späte Karriere als Kampfrichterin beim Hammerwurf.

    @marktwain64: Schiedsrichter verkacken doch nichts, ich bitte Sie! (Aber die Lesart mochte ich.)

    @Tösiröö: Neige zum Googeln. Tschö Tösiröö.

    @sport_thies: Leider fehlt der Verweis auf das heutige Datum, zudem ein paar Kleinigkeiten – da müssen wir ein bisschen was abziehen, in Schülling noch etwas mehr.

    @nurdertim: Kein Grund zur Unterwürfigkeit, das Großkotzige gefiel mir gut – wie @SD schrieb: die Geschichten des Scheiterns sind auch in den Kommentaren häufig die großartigeren. So auch heute: ziemlich klasse hergeleitet und vor allem eine sehr hübsche Variante, woran es gescheitert sein könnte.

    @excellensa: Siehste, schon wieder! 🙂

    @Rio Laago: Vielleicht ist es einfach Zeit für ein Remake von 10? (Das mit gestern verstehe ich. Klang ja durchaus selbstsicher Hihi.)

    @Faouzi: Hier auch wieder: “perfect ten”. Wie oft ich in den letzten Wochen Beautiful South im Ohr hatte …

    @SD: Danke schön, sehr gern gelesen. Krabbe und Springstein, da wär ich nie drauf gekommen. Und schönen Restadventsabend!

    Und wie immer: herzlichen Dank Euch allen!

  19. Jetzt hätte ich sogar ohne Googeln die richtige Idee gehabt, konnte aber dank Freizeitstreß nicht Greg anrufen, ob er die Nadja kennt…

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