neun/zwanzigsiebzehn

Globale Meisterschaften auszurichten,
erfordert ohne Zweifel allerhand.
Zum Beispiel gilt es, kalt und aus dem Stand
ein passendes Maskottchen zu verpflichten.

Die sind ja Quell absurdester Geschichten –
Paradebeispiel ist der Grotifant.
Ob wohl auch unsres unstet, arrogant
und sonstwie pulsbeschleunigt war? Mitnichten!

Man hieß es anderweitig delikat.
Die Kirchen waren, kennt man ja, entsetzt,
und keiner! dachte! an! die Kinder! Schad.

Das arme Bärchen (das verrat’ ich jetzt)
beging nicht die geringste Missetat.
Doch hat per se ihr Schamgefühl verletzt.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

24 Gedanken zu „neun/zwanzigsiebzehn

  1. In den Elite-Ausbildungsstätten für die Maskottcchen internationaler Wettbewerbe wimmelt es bekanntlich von Bären, ähnlich wie in Minnesota, wo Greg Lemond die vergangenen 27 Jahre lebte und von wo er jüngst nach Tennessee umgezogen ist.

    Umstritten waren siche die Olympischen Spiele in Moskau 1980, was aber kaum an dem goldigen Misha lag, der dann bei der Abschlussfeier ein paar spektakuläre tränen vergoss.

    Ähnlich harmlos ist sicher Bearny, der Botschafter der Kunstturn-EM 2016 in bern.

    Bernie, der Typ des FC-Bayern sorgt schon eher für Puls – aber global? Bitte…

    Bei der Herren-Fußball-WM 2006 sorgte die fehlende Hose des Maskottchen für eine gewisse Aufregung, es war allerdings eher ein Löwenunterteil, das entblöst war. (Wurde eigentlich schon wissenschaftlich untersucht, warum es bei den Herren-fußball-WMs noch nie einen Bären gab?)

    Auch die Punkfrisiuren bei der Herren-Fußball-EM 2012 könnten bei konservativen polnischen Kirchenkreisen für eine gewisse Aufregung gesorgt haben, aber erstens war das nicht global und zweitens erinnerten die Jungs nur entfernt an Bären.

    Aber es stehen spektakuläre Wintersportereignisse bevor:

    Bandabi, der Bär, der sich mit den Tiger Soohorang den Job in Pyeongchang teilt, trägt tatsächlich eine Regenbogenmütze!! Ich konnte leider nicht herausfinden, was die Koreanische bischofskonferenz dazu sagt.

    Bleibt zu guter Letzt wohl das goldige – gleichwohl hosenlose – Bärchen der bevorsstehenden Biathlon-WM in Antholz, dem man einen den Sport umschreibenden lautmalerischen Namen gab: Bumsi.

    Dass deswegen aber eher die Feulliotonistenbrillen in deutschen Qualitätszeitungsredaktionen beschlagen, während bei den naturverbundenen Einheimischen sich nur fragend die Stirne ob der Aufregung runzeln, ist eine andere Gesschichte.

  2. Kalt, aus dem Stand, pulsbeschleunigt. Die Hinweise auf die Sportart, um die es diesmal gehen soll, waren für mich klar erkennbar. Biathlon.

    Das Tollste aber: Ich wäre auch ohne diese Hinweise sofort drauf gekommen. Vielen Dank für dieses wunderbare Rätsel, Heinzi. (Was die Sache – das gebe ich gern zu – für mich erleichtert hatte: Ich habe mich zufällig gerade in dieser Woche aus beruflichen Gründen mit dieser WM befasst. Tja, Glück braucht der Mensch.)

    Falls jemand die obigen Hinweise nicht entdeckt haben sollte, käme er vielleicht in die Versuchung, „Fuleco“ anzugeben, das Maskottchen der Fußball-WM 2014. Aber erstens ist das kein Bär, sondern ein Gürteltier gewesen, und zweitens ist die Behauptung, Fuleco würde „Arsch“ bedeuten, erstunken und erlogen – auch, wenn es zunächst mal so kommuniziert wurde.

    Vielmehr geht es um ein Maskottchen einer WM, und das ist perfide, die noch nicht mal stattgefunden hat. Im Januar steigen in Antholz die Biathlon-Weltmeisterschaften. Und die dortigen Verantwortlichen haben sich dafür entschieden, das arme Bärchen „Bumsi“ zu nennen.

    In der engeren (hihi) Auswahl waren noch „Ficki“ und „Kopulieri“. Aber ein Gremium aus 69 Personen hatte sich dagegen entschieden.

  3. Goleo verletzt mein Schamgefühl. Ganz klar.
    Keine Hose hat er scheints im Schrank.
    Aber er ist kein Bar.

    Nun ja Maskottchen sind so eine Sache. Meine nicht, bis auf eins und das ist meins.

  4. Verkackt, globale Meisterschaften, Maskottchen, nicht pulsbeschleunigend, Schamgefühl…
    Schaue ungläubig. Kamke schenkt uns zum Wochenende ein einfaches Rätsel? Goleo.

    Das „arme Bärchen“…

    Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug wie @xxlhonk zuvor.

    (Bei globalen Meisterschaften und Bär fällt mir nur noch die Leichtathletik WM in Berlin ein. Aber das Maskottchen war doch ganz toll…)

  5. Ich glaube so fest an Goleo wie Heiko Herrlich an ein Leben nach dem Tod. Und dem kürzenden Kollegen Helms wünsche ich ein Tischtennis Showmatch auf einem Weihnachtsmarkt – ohne Hose.

  6. Das muss natürlich Goleo sein, der hosenlose Gesell‘ mit seinem Kumpel Pille.
    So dachte ich, bis Kamke ganz am Ende mit dem Bärchen um die Ecke bog. Ein Löwe ist kein Bär. Weiß jedes Kind. Ein Fehlschuss. Also ab in die Strafrunde wie ganz selten Uschi Disl, deren Heimatloipe ich hoffentlich bald wieder entlanghechele.
    Aber ich schweife ab und doch nicht ganz, wenn’s denn stimmt, dass Bumsi, das Maskottchen der Biathlon-WM in Antholz, gesucht wird.

  7. Da deutet zunächst alles auf Goleo,
    den leicht debilen, hosenlosen Strolch,
    der Deutschland neben Franz und Zwanzgers Theo
    Null Sechs repräsentierte. Aber solch
    ein Tier, wie hier genannt wird im Gedicht –
    nämlich ein Bär – ganz gleich ob schwarz, ob braun,
    das war Goleo dummerweise nicht,
    sondern ein Löwe (auch blöd anzuschaun …).
    Dass ihm die Kirchen wären in die Quere
    gekommen, hör ich auch zum ersten Mal.
    So führt für mich die Suche heut ins Leere.
    Ich hoff auf mehr Erfolg beim nächsten Mal.

  8. Ich dachte ja, als Hörer von drei90
    Experte man in solchen Fällen wär.
    Johannes und der Auer Vogel freu’n sich
    doch heute fällt das Raten mir echt schwer.

    Das ist ja wirklich dumm. Sie
    meinen nicht etwa Bumsi?

    Dubiose Maskottchen… gibt es so einige. Wenn ich aber jetzt noch mal nachlese, finde ich so Wörter wie „kalt“, „aus dem Stand“, „pulsbeschleunigt“, die alle ganz gut zum Schießen beim Biathlon passen.

  9. Heute spät dran, da bekomme ich nicht viel Sinnvolles mehr zusammen… Goleo ohne Hose war meine einzige Idee – aber nun mal kein Bär 🙁

  10. Das Durchstöbern mit sämtlichen mir aus den Rätsel erkennbaren Suchbegriffen hat mich zum Maskottchen der Biathlon WM Antholz geführt,dessen Name wohl eindeutig nichts obszönes vermitteln sollte. Aber dennoch warum gerade „Bumsi“ der Name der Wahl war, ist mir schleierhaft (Trotz der Erklärung mit dem Geräusch der Biathlon Gewehre).

  11. Ich sage Herthinho.

    Und ich verstehe jede Glaubensgemeinschaft, die Schwierigkeiten mit solchen Problembären hat.

    (Ditte jibt Ärjer.)

  12. Ohne Google, ohne Nachdenken, ohne Hose,

    um Goleo dreht sich die ganze Chose,

    denn schließlich war das hosenlose Bärchen,

    Maskottchen bei unserem Sommermärchen.

  13. Ich bin schlecht vorbereitet. Habe mal wieder nur in die Vergangenheit geschaut, nicht aber in die Zukunft. Doch der Reihe nach: Die Meinungen über den heutigen Schwierigkeitsgrad gehen offenbar auseinander. Wie bei Twitter schon früh am Tage deutlich wurde:

    “Heute war es wirklich einfach. Noch einfacher als die Fax-Geschichte.”
    (Der Herr tippte auf Goleo.)

    “Ich steh voll auf dem Schlauch heute. Ausser Grotifant, der dicken Hummel und dem Ausgestorbenen Getier kenne ich nur Erwin und Tip und Tap.”

    “Jetzt bindet der Kamke uns schon Bären auf!”

    “Noch nicht einmal die heutige Kamke-Lösung könnte ich spoilern.”

    “Es ist aber auch ein wunderschöner Kamke.”

    Das erste und das letzte Zitat trösten ganz gut über die offenbar nicht sonderlich ausgeprägte Maskottchenliebe der Ratenden hinweg.

    Also, es ging um Maskottchen, allgemein und konkret: eine WM, für die man “kalt” und “aus dem Stand” eines ersinnen musste. Das zweite Quartett lenkt dann ein bisschen ab, weist aber darauf hin, dass das heute gesuchte Maskottchen unter anderem “pulsbeschleunigt” gewesen sein könnte.

    Erstes Terzett: Man “hieß” es delikat. Heißen, Sie wissen schon, nennen, benennen, einen Namen geben. Und dann kommt die Stelle, an der ich derjenige war, der es so richtig verkackt hat: Es war nicht die Kirche. Ich hatte das so abgespeichert und habe mich schlampig informiert. Es war der Landesbeirat für Chancengleichheit. Mea culpa. Aber an die Kinder hat halt trotzdem keiner gedacht.

    Ungeachtet meiner Oberflächlichkeit war es bis hierhin vermutlich noch einfacher als die Fax-Geschichte, nicht wahr, Tim? Genau: Goleo. Oder Fuleco? Nun aber: Bärchen. Kann man mal überlesen. Stand da auch erst seit letzter Nacht, eben weil mir plötzlich Goleo in den Sinn kam. Bis dahin war ich überzeugt gewesen, dass die Antwort ebenso eindeutig wie offensichtlich sei.

    Das Maskottchen hat also “per se” das Schamgefühl von Menschen verletzt. Erscheinungsbild (Goleo) oder Name, würde ich sagen – und entscheide mich für Letzteren, nicht aber für Fuleco, den @Sascha überzeugend ausschloss. Stattdessen: Bumsi. Maskottchen der Biathlon-WM in Antholz. 2007. Und auch, wie ich heute erfuhr, im Jahr 2018.

    @Felix: Herzlichen Dank für diese, nun, kann man Anthologie sagen? Wunderbar, ich habe viel gelernt. Auch, einmal mehr, über Greg LeMond.

    @Sascha: Doch nicht so perfide, dank 2007. Und ich gebe zu, dass ich damit liebäugelte, mindestens einen Deiner alternativen Namensvorschläge explizit einzubauen.

    @nurdertim, @hirnwindungen, @chrisprech, @Nutman: Tja. Fast so einfach. @Faouzi, Twain und SD scheinen sich in der Fauna wenigstens auszukennen.

    @Désirée: Delikat.

    @Doktor_D: Jetzt bin ich schon ein bisschen neugierig. Was hast Du denn für eines?

    @Rio Laago: Reine Poesie! Auch wenn ich inhaltlich widersprechen muss.

    @marktwain64: Sie wollen mich testen? Soll ich Ihnen mal Frau Disls Fehlschussstatistik raussuchen?

    @Das_Mietmaul: Ok, ich ziehe Bumsi zurück. Ab sofort ist Herthinho richtig. Schamgefühl galore!

    Genug. Danke Euch allen. Auch den wenigen, die recht hatten und heute dennoch nicht nicht genannt wurden.

  14. Herthinho ist das einzig sympathische Maskottchen der Bundesliga. Keine Widerrede. Aber dass @das_mietmaul den Namen von Herthas Bärchen richtig schrob, lässt meinen Zorn ob seiner lästerlichen Worte schon wieder verrauchen.

  15. Das mit Antholz 2018 war natürlich Quatsch.da bin ich irgendeiner Internetfalle aufgesessen. Nicht immer alles gleich glauben…

    1. Dir allein hätte ich ja nicht geglaubt, aber da sich @Sascha zuletzt aus beruflichen Gründen damit befasst hatte und auch von 2018 sprach …

      Ok, aber natürlich sollte ich wissen –
      bzw. weiß es grundsätzlich auch, aber … – dass in winterolympischen Jahren keine WM stattfindet. Im Januar ist Weltcup in Antholz, mit Bumsi, im Jahr 2020 wieder eine WM.

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