acht/zwanzigsiebzehn

Hier hat es nicht die Sportlerin versaut –
im Gegenteil, sie war in großer Form
und meisterte behände jede Norm,
doch gegen Funktionäre wächst kein Kraut.

Ich hab mir kurz die Vita angeschaut:
so viel Talent, ich bin entzückt (wie Gorm)!
Auf Ski, im Becken, hat sie lange vorm
Karrierehighlight ihre Fans erbaut.

Sie fand ihr Glück dann – liegend – auf der Straß’;
und bald ward’s ihr auch gülden umgehängt.
Bis ein Jahr drauf (WM!) der Tiefschlag saß:

Man glaubt’s nicht, wird zur wilden Sau (gesengt),
dass jemand ihren Namen schlicht vergaß.
(Der Gnadenakt des Weltverbands: geschenkt.)

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

26 Gedanken zu „acht/zwanzigsiebzehn

  1. Gesucht sein müsste Frau Reppe. Leider vom Verband vergessen worden für die WM zu melden
    Weltmeisterin wurde sie dann ja glaube ich doch noch.
    Aber man hat mit Verbänden schon Schlimmeres erlebt

  2. Keine Idee, aber bei Google sofort gefunden. Ich ziehe den Hut vor der Sportlerin. Wie vielseitig kann man sein. Erst Skilaufen, dann schwimmen und zuletzt Radfahren und das alles erfolgreich.
    Bitter wenn dann Funktionäre da sind, die einen einfach vergessen zu melden.

    Gesucht dürfte wohl Christiane Reppe sein, Handbike Weltmeisterin. „Vergessen“ wurde sie 2017.

    Ich merke mir den Namen ab heute.

  3. Die Paralympics-Siegerin Christiane Reppe. Dieses Jahr bei der WM-Anmeldung übersehen… Das war noch frisch im Gedächtnis, den Namen mußte ich mir dennoch von der Allwissenden Müllhalde holen.

  4. Und nun geriere ich zum Deppe:
    Zu spät komm‘ ich auf die Frau Reppe!

    Der Hinweis „Gorm“ machte mich kirre,
    führte mich geografisch in die Irre.

    Dann fiel mir erst der Lapsus ein
    (Erwähnte ich’s? Ihr fehlt ein Bein.)

    den der Verband sich einst erlaubte,
    und sie beinah‘ der Chance beraubte

    das WM-Handbike-Gold zu holen.
    Ich lächle nun – etwas verstohlen:

    Bin hintenraus wohl doch nicht dumm.
    Genug gesagt, ich bin jetzt stumm.

  5. Na, samamaal, ich habe es rausgekriegt.
    Diesmal nichts gewusst auch kein Aha Erlebnis.
    Bis zum Straßenradsport bin ich vorgestoßen, danach die Arndts und Kupfernagels durchgegoogelt. Habe dann Sportlerinnen aus Grimma und Dänemark gesucht („Gorm“ Grymme????) – schließlich nach Uta Pippigs Lebenslauf („Glück auf der Straß“) zur Aufgabe.
    Dann:
    Google Suche mit (Weltmeisterschaften – name – wurde – vergessen) führt direkt zum Ergebnis:
    Christiane Reppe und ihre Erfolgsgeschichte habe ich dadurch kennenlernen dürfen und dafür sag ich ganz herzlich Dankeschön.

  6. Sehr schön, dass Du auch die paralympischen Athleten nicht vergisst – auch wenn der Anlass ein trauriger ist. Aber jedenfalls habe ich so von einem wahren Multitalent erfahren, das mir noch nicht bekannt war: Christiane Reppe

    Lösen konnte ich schon wieder nur mit Suchmaschine. Die Sportart habe ich immerhin erschnuppert, Zanardi konnte es aber (schon aufgrund seines Geschlechts) nicht sein.

    Ein wenig haben mich die Ski, im Becken, verwirrt, vielleicht sollten wir uns da eine neue Sportart ausdenken… Aber nach der Lösung war klar, dass manche Leute eben Vieles beherrschen.

    Dann sei Dir auch der erneute Tiefschlag verziehen!

  7. Ich wusste, dass es sich um eine Geschichte aus dem Sommer 2017 dreht, bei der ein Verband vergaß seine Weltmeisterin zu den nächsten Titelkämpfen zu melden.

    Sportart und Sportlerin gab es dann nicht aus dem K(opf), sondern nur beim G.

  8. Handbike-Fahrerin Christiane Reppe wurde schlichtweg bei der Nominierung durch den Deutsche Behindertensportverband vergessen. Die in anderen Fragen oft sehr nachsichtige UCI zierte sich lang, aber wie so oft knickte sie wieder ein, diesmal mit Recht.

  9. Eine Geschichte, bei der mir im Sommer nur ein „kann doch nicht angehen“ in den Sinn kam. Letztes Jahr hat sie Olympiagold gewonnen, dann wurde ihr die Medaille geklaut und in 2017 wurde sie als Favoritin für die WM vom eigenen Verband auf der Meldeliste schlichtweg vergessen. Da hat man als Sportfreund auch Mitleid, wenn man bis dahin nix von besagter Dame gehört hatte.

    Handbikerin Christiane Reppe durfte dann glücklicherweise doch starten und auch noch gewinnen.

  10. „Liegend auf der Straß'“ – wer denkt da nicht gleich auf den dummen Zwischenfall als der junge Greg Lemond 1982 bei Lüttich – Bastogne – Lüttich abgelenkt durch das eitle Suchen einer guten Pose für den Fotografen am Straßenrand schon kurz nach dem Start dem vor ihm fahrenden und bremsenden Didi Thurau ins Hinterrad fuhr, was für beide auf dem harten Pflaster endete und – der eine mit Schlüsselbein-, der andere mit Armbruch – eine vielmonatige Pause bedeutete.

    Soweit passt alles hervorragend, nur so Detaills wie „Glück“ und „sie“ stören da ein wenig.

    Liegend auf der Straße sind HandbikerInnen unterwegs und Gold gibts bei Paralympics und tolle Biografien bei Wikipedia:

    Frau Christiane Reppe aus Dresden (bestimmt ein Buddy von Frau Schmermund) ist offenbar ein wahres Multitalent, die es in 3 Sportarten zu Nationalkaderehren und internationalen Erfolgen gebracht hat – unfassbar. Bei den „UCI Paracycling-Straßenweltmeisterschaften 2017“ (wer denkt sich solche Namen aus?) hat der deutsche Verband erst verpennt, sie zu melden, der Weltverband drückte ein Auge zu, sie dankte es mit Doppelgold.

  11. Ein Multitalent, auf dem Rad, auf Ski, im Becken,
    da muss sich mancher lange strecken,
    ein großer Sieg, danach nicht nominiert,
    das ist doch kürzlich erst passiert,

    die Funktionäre, diese Deppe‘
    vergassen die Christiane Reppe,
    die paralympische Handbikequeen
    wär zur WM fast daheim geblieben.

    Die UCI hat eingelenkt,
    die Teilnahme ihr doch noch geschenkt,
    mit zweimal Gold hat sie zum Schluss
    doch viel Erfolg, nicht nur Verdruss.

  12. Nach einigem Grübeln, welche Sportart liegend auf der Straße betrieben wird (Rennradfahrer hoffentlich möglichst selten!), kamen mir die Handbiker in den Sinn. Und so ergibt auch die Verwendung des Wortes „behände“ einen Sinn.

    Eine Behindertensportlerin? Gut möglich. Dafür spräch nicht nur das Handbike, sondern auch die Erfolge in völlig unterschiedlichen anderen Sportarten (was nach meinem laienhaften Verständnis im Behindertensport eher möglich zu sein scheint als im Nicht-Behindertensport).

    Sie hat offenbar Gold gewonnen und die darauffolgende Weltmeisterschaft verpasst. Aufgrund irgendeines Fehlers bei der Anmeldung oder den Startunterlagen. Aber dann verließen sie ihn auch schon wieder.

    (Was mir im Zusammenhang mit vielen, der bisher umreimten Fehlern einfällt: Offenbar fragt man viel zu selten Menschen, die von Berufs wegen darauf achten, dass Fristen und Formalia eingehalten werden. Nur mal so als Zwischenruf.)

  13. Christiane Reppe. Noch präsent weil relativ frisch. Den Namen musste ich allerdings schon wieder googlen. Mein Namensgedächtnis…

  14. Ich habs durchgelesen und beim beschriebenen Fall, der vergessenen Anmeldung, sofort an Wintersport – Langlauf oder Biathlon – gedacht. Ganz fern meinte ich mich erinnern zu können, dass es im Ski nordisch einen solchen Fall gab.
    Das „liegend, auf der Strasse“ könnte man noch mit Biathlon in Verbindung bringen. Die übrigen Hinweise, z.B. Ski & Becken, hab ich einfach gekonnt ignoriert.

    Meine Theorie beisammen, suchte ich nach dem Namen. Erstaunlich schnell fand ich die Lösung des Rätsels. Diese zeigte in erster Linie, dass meine Theorie komplett falsch war. Kein Biathlon, kein Langlauf, nicht mal annähernd.
    Nun ja. Die gesuchte Athletin ist Christiane Reppe. Sie ist Handbike-Fahrerin und verpasste die diesjährige WM, weil sie bei der Anmeldung vom Verband vergessen wurde.
    Da ich aber heute von diesem Fall zum ersten Mal höre und meine erste Vermutung völlig falsch war, verzichte ich heute freiwillig auf meine Punkte.

  15. Wenn ich mir nur Namen merken könnte. Aber der Verband hat sie ja auch vergessen.
    Fühle mich als wieder einmal Gescheiterter des Kamkes Protagonisten zunehmend verbunden.
    Die Antwort müsste „Christiane Reppe, Handbikerin“ sein.

  16. Herr Kamke, nennen Sie das verkackt,
    wenn man’s doch zur Weltmeisterschaft packt?
    Denn trotz Sportverbands Deppe
    hat Christiane (Frau Reppe)
    zwei Medaillen in Gold eingesackt.

    Geschichte kannte ich schon. Hätte auch gewusst, dass es 2017 und einer Deutschen passiert ist. Aber wer und was genau? Das ist heuer häufig ohne Nachschauen kaum machbar.

  17. Petra Rossner muss es eigentlich sein, die nicht für Olympia nominiert wurde. Was ihre Lebensgefährtin Judit Arndt veranlasste den Effe-Finger zu zeigen als sie Zweite wurde.

  18. Seit ein paar Tagen bin ich fasziniert vom Adventskalender des Herrn Kamke! Vielen Dank dafür
    Heute verfasse ich meinen ersten Kommentar.

    Ich habe mich (nur) dank Google zum vermeintlichen Erfolg gekämpft.. gerätselt habe ich, welcher Sport liegend auf der Straße durchgeführt wird bis ich auf Handbike gestoßen bin… aufgrund von „Gorm“ dachte ich nach einer dänischen Sportlerin zu suchen.

    Nun bin ich der Auffassung dass nach Christiane Reppe gefahndet wird, welche noch zweimal Gold gewann dank

    Ich freu‘ mich auf die nächsten Rätsel

  19. Sie war zwar schon auf mancher Siegertreppe,
    ihr Name war mir trotzdem nicht geläufig.
    So musste ich für Christiane Reppe
    mal wieder googeln (wie schon viel zu häufig).

    [Gorm – was für ein fantastisches Reimwort!!]

  20. Da hatte ich gestern vollmundig verkündet, die Lösung sei leicht zu googeln gewesen, und dann kam heute doch noch ein “Ja, aber!”. Herr @ngungonvn wies darauf hin, dass dem keineswegs so gewesen sei. Gibt da ja überhaupt sehr klare Meinungen zu. Also zum Googeln.

    Und heute? Hat wohl auch der eine oder die andere gegoogelt, um das jeweilige Wissen abzusichern, das in vielen Fällen wohl allein schon aus Aktualitätsgründen vorhanden gewesen sein dürfte. Nachvollziehbar, alles.

    Wollen wir kurz an den Text gehen, der auch heute wieder ziemlich viel verraten haben dürfte? Dass es sich um eine Sportlerin handelt, die in Form war und Normen erfüllt hat, zum Beispiel, sich also für eine internationale Meisterschaft qualifiziert haben dürfte. Wenn nicht irgendwelche Funktionäre etwas verkackt hätten. Kudos an @Das_mietmaul, dem nicht entging, dass sie dabei “behände” vorging.

    Dann schweift der Autor offensichtlich ab, berichtet von anderen sportlichen Talenten der Dame (Ski, Schwimmen o.ä.), die offenbar ebenfalls in der Öffentlichkeit ausgelebt wurden, und macht einen kurzen Zwischenstopp in Flake, dessen Bedeutung theoretisch über den bloßen Reim hinausgehen könnte, nicht wahr, Rio Laago und Sascha, es aber wahrscheinlich nicht tut. Ach, und ein Karrierehighlight hatte sie auch schon. Möglicherweise hatte es mit dem Glück zu tun, das sie auf der Straße fand, liegend, was in der Tat mehr mit ihrer Körperhaltung als mit der Auffindeposition besagten Glücks zu tun hatte. Aber wem sage ich das!? In dieser Körperhaltung gewann sie also eine Goldmedaille, ehe ein Jahr später zur WM ein (tennisferner) Tiefschlag folgte, der natürlich mit dem oben genannten Nominierungsthema zu tun hatte: Ihr Name wurde vergessen. Offenbar auf der Nominierungsliste. Die Funktionäre, Sie wissen schon.

    Ach so, aber wer liegt jetzt? Genau: Radfahrer und -innen. In diesem Fall aber nicht sturzbedingt, sondern durchgängig, im paralympischen Sport: Christiane Reppe hatte zuvor allerlei Erfolge als Alpinskifahrerin und als Schwimmerin, beim Schwimmen inklusive paralympischer Medaillen, und begann 2013 mit dem Handbiken, in liegender Position und mit großem Erfolg. Ziemlich beeindruckend, wie nicht nur Doktor_D und Felix explizit betonen, sondern auch der (hier im Kalender erstmals?) reimende nutman. Bisheriges Karrierehighlight war wohl der Olympiasieg 2016, das Nominierungsgalama folgte 2016.

    Am Ende durfte sie dann ja doch zur WM – in Südafrika, @fighti – und gewann Doppelgold. Der UCI sei Dank.

    @B.Frank: Schlimmer geht immer. Wobei ich schon vermute, dass diese Wochen für Frau Reppe ein ziemlicher Albtraum waren.

    @Sascha: Fast ein bisschen schade, dass Dein zweiter Kommentar noch kam. Nicht dass ich besagtes Wörtchen gestrichen hätte, aber ich mochte mag die Knappheit und die lakonische letzte Zeile sehr.

    @Rio Laago: Uta Pippig. Auch sehr lange nicht gehört. Danke.

    @SD: Habe fast schon Sorge, dass mir irgendwann jemand nachsagt, ich hätte immer nur eine Quoten-Paralympionikin – wobei sich das ja dieses Jahr auch noch ändern kann – mit drin; schön, dass Du das ganz anders bewertest. Die Sportart wird dann vermutlich im Beckenskistand betrieben? Und der Tiefschlag, nun, den hätte ich ohne Dich gar nicht bemerkt.

    @Olaf N.: Ich hatte nicht mehr mit dem Einknicken gerechnet. (Habe aber auch keine Einblicke und kenne die, wie soll ich sagen, Argumentationsmuster nicht.)

    @excellensa: (Gerne. Es kommen noch ein paar Tage. Ich freu mich drauf.)

    @Felix: Ich lachte wiederum sehr. Sehr.

    @Das_Mietmaul: Ich erinnere mich an Deine Hinweise zum Fax und meine, ein Muster zu erkennen.

    @flopumuc: Zumindest glaube ich, dass mein WordPress mit Videos umgehen kann … go for it!

    @philgort: Danke fürs Schildern. Freut mich immer.

    @marktwain64: Es stimmt zwar, dass mir noch ein paar Türchen fehlen. Dennoch können Sie sich den Gedanken abschminken, selbst als Protagonist hinter der 24 aufzutauchen.

    @martin: Ja, das Dilemma hatte ich, so meine ich zumindest, auch im Einführungstext angedeutet. Bin mir aber recht sicher, dass in den nächsten Tagen noch einige auftauchen, die man einfach so kennen bzw. wissen kann.

    @xxlhonk: Gute Story, stimmt, aber in dem Fall nicht die gesuchte. Ich müsste jedoch lügen, wenn ich verhehlte, dass es mir große Freude bereitet, wenn jemand gut begründet, wieso seine (falsche) Lösung die richtige ist.

    @Florian: Das freut mich sehr, danke. Auch und gerade für den Premierenkommentar. Und ja, Gorm war ein bisschen gemein. Aber auch schön, wie ich @faouzi unbescheiden bestätigen möchte.

    Auch sonst, wie immer: Vielen Dank fürs Mitmachen und für die Art und Weise, wie Ihr mitmacht.

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