vier/zwanzigsiebzehn

Er war in jenen Jahren meistens Spitze
und überzeugt, dass sich das so gehört.
Wenn’s anders war, hat ihn das sehr empört,
und jeder wusste: Mach jetzt keine Witze!

An einem Tag, es herrschte Affenhitze,
hat ihn ein ziemlich junger Mann verstört.
Ein jeder, der vor Ort dabei war, schwört:
Aus seinen Augen schossen Todesblitze!

Nach gutem Start hat er den Punch verloren –
der lahme Gegner hatte, sehr versiert,
nen Tiefschlag eingesetzt, den Mond beschworen.

Er selbst war davon mächtig enerviert
– ein andrer würd‘ zum Musketier erkoren –
und hat sich letztlich selber abserviert.

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

28 Gedanken zu „vier/zwanzigsiebzehn

  1. Der erste Gedanke ist oft der Richtige. Also raus damit.
    Yannick Noah.

    Zeiter Gedanke und mein Lösungsvorschlag ist aber ein anderer Tennisspieler.
    Ivan Lendl.
    Der junge Mann mit Tiefschlag war Michael Chang. Der schlug in Roland Garros von unten auf. In einem Grandslam Turnier.

    Ich weiß sogar noch wo und mit wem ich das Spiel in Teilen sah. Mama lag im Krankenhaus und freute sich über Besuch und das Tennismatch.

  2. Ein paar Hinweise – wenn ich sie denn richtig gedeutet habe – lassen mich glauben, dass es sich um den „Rumble in the Jungle“ dreht. Boxen also, Foreman gegen Ali.
    Da Foreman der ältere war, muss er folgerichtig der gesuchte Mann sein. Allerdings kann ich mit vielen Hilfestellungen schlicht nichts anfangen (Mond beschworen, Musketier), wehshalb ich auch heute eher unsicher bin.

  3. Mir fällt dazu das Tennis-Match Ivan Lendl gegen ??? Chang (der Vorname ist mir entfallen) ein, das in brütender Hitze in New York, glaube ich, statt fand, und das ich auch selbst gesehen habe. Lendl war überlegen, konnte den Sack aber nicht zu machen. Chang aß Unmengen von Bananen, schlug zwischenzeitlich zwecks Überraschung, aber auch zum Kräftesparen von unten auf, und nervte Lendl sehr damit, dass er weiter auf dem Platz stand. Das war spannend.

  4. Tiefschlag und Mond – es kann sich eigentlich nur um Michael Chang v Ivan Lendl bei den French Open 1989 handeln.

  5. Beim letzten Wort, hab ich die Wittrung aufgenommen
    Serve&Volley , das hat der gut gekonnt
    Durch ‚Tiefschlag‘ dann Bestätigung bekommen.
    Doch was war nochmal mit dem Mond?

    Michael Chang, das lahme Händl,
    Keine Power und auch keinen Schuss,
    besiegte jämmerlich den großen Lendl.
    Mit Doppelfehler ganz am Schluss.

  6. Herr Lance Armstrong war im Juli 2003 auf dem Weg zu seinem (vermeindlichen) 5. Toursieg, ein gewisser Jan Ullrich saß ihm aber verdammt eng im Nacken. Ob dieser in jenen Tagen an Greg der/leMond und dessen Husarenritt auf den Champs Elysees 1989 verwies, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber durchaus denkbar.
    Jedenfalls fuhren die beiden zusammen mit Herrn Basso (?) in den Pyrenäen rauf zur Bergankunft, als sich ein sehr junger Mann (ein Bub, um genau zu sein) mit seinem Stoffbeutel zu sehr dem Lenker von Herrn Armstrong näherte, dieser sich in jenem verfing und das Gespann zu Fall brachte.
    Ulle hat gewartet, der zürnende Lance hat ihn gentlemanlike stehen lassen, der Rest ist Geschichte.

  7. Punch, Tiefschlag: ganz klar Boxen! Rumble in the jungle? Da war es sicher heiß. Aber war Ali lahm? Hm. Eher nicht.
    Musketier? Was war mit dem Musketier? Frankreich? Tour de France? Jan Ullrich war damals jung, aber er besiegte Bjarne Riis, der damals sein Rad im Zeitfahren wegwarf. Aber der war nicht lange spitze und ist mir auch nicht als davon sehr überzeugt in Erinnerung.
    Tiefschlag. Hm. Mond. Was macht der Mond da? Sich selber abserviert. Doch Tennis?
    Ich habe es nicht gewusst. Mein Mitrater hat mir geholfen, die richtigen Fragen an Herrn oder Frau Google zu stellen.
    Michael Chang, selber fix und fertig und von Krämpfen geplagt, schlägt von unten auf, spielt Mondbälle (den Begriff kannte ich ehrlich gesagt noch nicht einmal), bringt Ivan Lendl komplett aus dem Konzept und gewinnt erst das hier gemeinte Achtelfinale gegen Lendl und dann die French Open. Ende.
    (Das war schwer! Und ich bin auch wieder mal eigentlich zu jung!)

  8. Bei Todesblitzen denk ich an Kung Fu,
    bei Tiefschlag kommt Boxen noch dazu,
    bei Musketier schießt Fechten durch den Kopf.
    Heut‘ lass ich’s sein, ich armer Tropf.

  9. Klar, dass der Thies das nicht weiß, geht ja auch um Tennis.
    Und um Ivan Lendl, der 1989 in Paris gegen Michael Chang so richtig verkackte.
    Die ARD blieb sogar live bis zum Ende drauf und Chang gewann später die French Open.

  10. Ich vermute es geht ums Boxen. Vieles andere ist mir nicht klar. Geht es vielleicht um die erste Profiniederlage von Ali? Dann wäre es der Fight of the Century gegen Joe Frazier. Vieles passt dazu aber irgendwie nicht.

  11. Ich weiß noch nicht einmal, wo ich nach einer richtigen Spur suchen sollte.

    Fechter werden gelegentlich Musketiere genannt. Aber ein Tiefschlag dürfte nie entscheidend für ein Gefecht gewesen sein. Und von Affenhitze in Fechthallen hörte ich auch noch nicht.

    Boxen. Naheliegender, ja. Affenheiß war es sowohl in Kinshasa als auch in Manila. Aber Tiefschläge spielten doch bei diesen beiden epischen Kämpfen keine Rolle. Max Schmeling wurde nach einem geahndeten Tiefschlag des Gegners Weltmeister. Aber das ist so ziemlich das Gegenteil der gesuchten Lösung.

    Eine ganz andere Sportart? Die Todesblitze und der Mond verwirren vollends. Ich gebe auf…

  12. Ich musste es 18 mal Lesen, bis ich (nach Boxen, Ringen und Fechten) endlich auf Tennis kam – dabei ist es so klar. Wunderschön beschrieben!
    Ivan Lendl verliert in 5 Sätzen gegen Michael Chang, der mit Krämpfen und Aufschlägen von unten kämpfte, bei den French Open. Eines der merkwürdigsten Matches, das ich je gesehen habe.

  13. Ich vermute mal, es ist Ivan Lendl (vs Michael Chang).
    Zumindest passt es zum Altersunterschied, zu den Mondbällen, zum Roland Garros Pokal (Musketier), zum Doppelfehler beim Matchball (abserviert).

  14. Ich musste da spontan an Ivan Lendl gegen Michael Chang denken. Obwohl es kaum offensichtliche Hinweise auf Tennis gibt. Aber im „Tiefschlag“ und dem letzten Wort lese ich einen Andeutung auf den Aufschlag „von unten“ aus, den der damals 17jährige (wurde er eigentlich jemals der amnerikanische Boris genannt?) plötzlich ausführte.

  15. Erst dacht‘ ich, das gibt wieder einen harten Brocken.
    Was weiß ich denn vom Boxen? Bis ich dann verstand:
    Da will uns einer auf die falsche Fährte locken,
    mit Punch und Tiefschlag. Ist ja allerhand!

    Hier geht’s zwar auch ums Schlagen, doch nicht mit der Faust.
    Kein Handschuh, der die Kraft der Fingerknochen dämpft.
    Man braucht vielmehr ein Racket, das den Filz zersaust
    am Ball, mit dem man Schlag um Schlag um Punkte kämpft.

    Der Tennis-Schauplatz war Paris, Roland Garros,
    für dieses Wahnsinnsspiel, das umschlug wie ein Pendel.
    Ein Doppelfehler gegen Michael Chang beschloss
    den Untergang des Favoriten Ivan Lendl.

  16. Ivan Lendl sagt: Schön wär es
    mit dem Coupe des Mousquétaires.
    Herr Lendl, bitte hier entlang!
    Éliminé! ruft Michael Chang.

    (Oh da bin ich mal gespannt, wie viele sich heute auf die falsche Fährte haben locken lassen. Ich wusste lange gar nicht, worum es ging. Bis mir bei den Musketieren ein Licht aufgegangen ist.)

  17. Ein Boxer, der sich selbst in Aus manöviert hat – Mike Tyson? Gluthitze – Rumble in the jungle, Muhammad Ali? Oder George Foreman, der gegen Ali verlor? Ich habe keine klare Richtung – und somit auch keine Lösung

  18. Kommt mir so einfach vor. Ist es damit zwangsläufig falsch? Michael Changs Triumph war die Niederlage Ivan Lendls. Wobei mir die Niederlage ohne den anschließenden Turniersieg Changs nicht so präsent wäre, vermute ich.

  19. Es ist 10.30 Uhr, als ich mit dem Verfassen dieses Kommentars beginne, und es steht mir selbstredend nicht zu, über treue Mitspielende zu lachen, aber ich gebe zu, dass mich diese Unterhaltung so ein ganz kleines bisschen (sic!) (Verzeihung!) schmunzeln lässt:

    https://twitter.com/sport_thies/status/937596467925147650

    Genug, speziell der geschätzte Herr @sport_thies hat sich heute ohnehin einiges anhören müssen, weil er öffentlich gesagt hatte, die Lösung nicht zu kennen – eine Lösung, von der so manche(r) aus Gründen dachte, sie falle gerade ihm sehr rasch ein.

    Auch ich stellte wieder einmal fest, wie sehr man sich doch irren kann bzgl. des Schwierigkeitsgrads. Wobei ich ihn natürlich auch selbst ganz wesentlich beeinflusst hatte, bewusst oder unbewusst, hatte ich doch gedacht, dass die gemeinte Situation so bekannt und die Lösung so offensichtlich sei, dass ich mit den Hinweisen etwas sparsamer (oder: anders) umgehen könne.

    Bereits die erste Unterstellung (Bekanntheit) mag indes eine Menge mit meinem fortgeschrittenen Alter zu tun haben, auf das Frau @badrulbudur sehr charmant über Bande hinweist, und nicht im vermuteten Maße zutreffen. Zudem ist es in der Tat so, dass der Text nur sehr wenige Hinweise auf die Sportart enthielt, wohl aber Begriffe, die auf andere Disziplinen hinwiesen. Wenn dann noch mindestens zwei (Punch und Tiefschlag) scheinbar recht deutlich in eine Richtung weisen, wird’s nicht einfacher – was Herr Faouzi in seinen zwölf Zeilen ganz wunderbar moniert hat und zudem eine Reihe von Boxernamen in die Antworten spülte.

    Aber Musketiere boxen doch nicht, sie fechten, Mensch! Und nicht nur für @martin (Mousquetaires und wär es, sehr hübsch – ich stelle mir das in kölschem Idiom vor) waren sie wohl der Schlüssel zur Lösung.

    Der Reihe nach: Im ersten Quartett geht’s um einen offenbar sieggewohnten Sportler, der meist an der Spitze (der Weltrangliste?) steht und offenbar nicht so gern verliert.

    Irgendwann (hier: im zweiten Quartett) traf er an einem heißen Tag (Was essen eigentlich Affen?) auf einen deutlich jüngeren Gegner, der ihn “verstört” hat. Klingt unkonventionell. Und wurde offenbar vom Älteren nicht sonderlich goutiert. Es gibt ein Video, in dem der junge Sieger viele Jahre später zu Protokoll gibt, dass er noch nie mit dem Verlierer über jenen Tag gesprochen habe, “and I don’t plan to.”

    Erstes Terzett, der Punch. Ist gemein, weil er im – ja durchaus gebräuchlichen – übertragenen Sinn verwendet wird. Er war also nach gutem Beginn nicht konsequent genug gegen einen lahmenden, aber versierten (hier noch nicht: serviert) Gegner, der zum Tiefschlag ansetzte und den Mond beschwor. Ja, weit hergeholt. Ein besonderer “Tiefschlag”, oder wie die Schweizer sagen: “uneufe”, dazu der Mond, den er vielleicht nicht im engeren Sinne beschwor, dem er aber gewissermaßen seine Bälle anvertraute.

    Der Favorit war genervt, jemand andere würde zum Musketier, auf das Herr @Fighti in seinem Kommentar ebenso eingeht wie auf das abservierte Spielende per Doppelfehler. Und der oder die Coupe des Mousquetaires für den Sieger der French Open ging einige Tage später, im Juni 1989, an Michael Chang, gegen den Ivan Lendl “so richtig verkackte”, wie es Herr @zugzwang74 formuliert. Unangemessen drastisch, selbstredend.

    Klingt schon arg schulmeisterlich und selbstverliebt, so eine detaillierte Erklärung, oder? Seht Ihr hinterher ja alles selbst. (Freue mich da ernsthaft über Rückmeldungen.)

    Vielen Dank zwischendurch Euch allen für die Zeit, die Ihr hier verbringt, und die Kommentare. Ich freue mich über jeden einzelnen – unmöglich, wie oft ich auf “Aktualisieren” drücke, um zu sehen, ob wieder einer eingegangen ist.

    @Doktor_D: Yannick Noah war einer meiner Lieblinge (ja, da bin ich bestimmt nicht allein), insofern ist es immer richtig, wenn er hier genannt wird.

    @Sascha: Tja.
    Ich tue jetzt mal was sehr Unseriöses und veröffentliche einen Ausschnitt aus einer privaten Nachricht, die Du mir später geschickt hast und die mir ob ihrer Souveränität ausnehmend gut gefällt:
    “Kamke! Jetzt habe ich die Lösung und muss sehr über mich lachen. […] Die (wahrscheinlich) richtige Lösung gebe ich nicht ein, soll doch jeder sehen, was für ein Honk ich bin.”

    @zuagroasda: So wird es Dir nicht gelingen, Dich – wie bei Twitter angekündigt – in Grund und Boden zu schämen …

    @Rio Laago: “… besiegte jämmerlich …” finde ich ganz großartig. Und den Doppelfehler nicht übersehen. Sonderpunkt.

    @Christian Prechtl: Das Nackentuch! Das hatte ich in meinem Erinnerungen an einem gut versteckten Ort abgelegt. Ob er es in Paris trug? Keine Ahnung.

    @felix: Greg LeMond, ganz fantastisch! Und der zürnende Lance mit den Todesblitzen.

    @badrulbudur: Wie schon öfter gesagt: Ich freu mich über solche Herleitungsgeschichten ganz enorm, danke!

    @mahqz: Sorry, mir macht das schon ein bisschen Spaß, dass gerade Du und der Herr Thies, zwei Sport- (im Allgemeinen) und Tenniskoryphäen (im Besonderen) meiner Timeline, hier größere Schwierigkeiten hatten. (Dass das auch an einer unsportlichen Beschreibung gelegen haben mag, lasse ich an dieser Stelle mal unter den Tisch fallen.)

    @Das_Mietmaul: Na ja, Jack Sharkey hat es damit ja auch irgendwie verkackt. Denk doch in diese Richtung noch ein bisschen weiter!

    @nurdertim: (Nee, aber “the 17-year-old Hobokener” ist ganz gebräuchlich, glaube ich.)

    @undeednu: Nein, ist es nicht …

  20. Den größten Spaß habe ich hier jedes Mal bei der Lektüre der Antworten und der von Kamke aufwendig formulierten Auflösungsprosa.

  21. Ganz großes Tennis. (Sorry, der musste sein.) Nein ehrlich, ein episches Tennisspiel (zumindest für unsere Generation), viele fein eingearbeitete Hinweise, aber nicht zu offensichtlich: ein klasse Rätsel, leider zu schwer für mich.

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