eins/zwanzigsiebzehn

Er zählte zweifelsohne zu den Größten,
war lang und stark und schnell, und überhaupt!
Drum hat man damals immer noch geglaubt,
er werfe, springe mal am weitsten, höhsten.

Die Fanschaft wartet auf die größten Gesten:
dass er sich auch mal Psychozeugs erlaubt
und seiner Nemesis den Titel raubt.
Dann wäre sie gewiss am allerfröhsten.

Doch diese Hoffnung ist schon früh dahin –
das Stichwort praecox kommt uns in den Kopf.
Er zieht sich an und geht davon, erbost.

Nach “Hand in Hand” steht ihm nun nicht der Sinn.
Er ging für Gold, kriegt Häme, armer Tropf!
Nur Jeanie – stets bezaubernd – spendet Trost.

______________

Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

Wer Probleme hat, überhaupt zu kommentieren (ja, das passiert leider öfter mal), ist herzlich eingeladen, mir seinen oder ihren Kommentar per Mail an blog at heinzkamke.de oder auch per Twitter-DM zu schicken. 

34 Gedanken zu „eins/zwanzigsiebzehn

  1. Nach dem Einführungsartikel dachte ich zuerst: Dieses Jahr werden wir von Jürgen Hingsen lesen. Und ich sag mal… Das ging schnell.

  2. Na toll, jetzt einen „Go for Gold“-Ohrwurm. Danke Kamke!
    Ich möchte lösen: Jürgen Hingsen. Seltsamerweise an dessen Abschneiden keinerlei Erinnerung aus der Zeit, das haben mir wohl meine Eltern verschwiegen. Obwohl ich jeden Morgen damals die Zusammenfassung schauen durfte

  3. Jürgen Hingsen!
    Die Nemesis dürfte Daley Thompson sein, sein ewiger Rivale, tatsächlich der entscheidende Hinweis (neben den angedeuteten Fehlstarts) war dann aber „Hand in hand“, der Titelsong zu den Olympischen Spielen 1988.

    Danke schon jetzt für viele Tage Rätselspaß, an denen ich traditionell maximal 1-2x ein ähnliches Erfolgserlebnis haben werde wie heute.
    (Wenn ich nicht doch noch daneben liege.)

  4. Hollywood Hingsen steht hinter der 1. Tür,
    Gleich dreimal kam der Kerl zu früh!

    So viel Pech, dass kam mir damals komisch vor,
    Die Sperre von Big Ben war just am Tag davor.

    Wollte der Hüne nicht zur Kontrolle?
    Da fällt man schon mal aus der Rolle.

  5. Es gibt nicht viel auf dieser Welt, woran man sich halten kann. Sangen einst die nicht mehr unter uns weilenden Beinkleider, und Recht haben sie. Aber immerhin: Wir haben den Kamkekalender.

    Nun denn:

    Vielen Dank, dass der Einstieg leicht fällt/einfach war. Du weißt halt, wie man Leute bei Laune hält.

    Schöne, eben kamkeeske Beschreibung eines Zehnkämpfers, das Vorzeitige nicht auslassend. Der endgültig entscheidende Hinweis kam mit „Hand in Hand“ – wer ein bisschen musikaffin ist, kommt dann schnell auf die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, bei denen Hingsen schnell fertig hatte.

    Und Jean(n)ie: Hach, da blutet mein Falco-Fan-Herz, auch wenn hier eine andere gemeint ist.

    Schade: Ein dezenter Hinweis auf den Klamaukfilm „Drei und eine halbe Portion“, der vier Jahre vor dem ganzen Trara in die Kinos kam, fehlt. Auch hier scheiterte Hingsen ja irgendwie – als Schauspieler und als Sänger.

    https://m.youtube.com/watch?v=-zO3so40N0g

    (Mann, hatte dieser Kommentar Musik.)

  6. Hach, ich freue mich ier endlich wieder miträtseln zu können.
    Bei den Zeilen von Tür Nummer Eins musste ich sofort an Jürgen Hingsen und seine legendären Fehlstarts beim 100m Lauf, der 1.Disziplin des Zehnkampfs, denken. So das sein Olympia-Auftritt in Seoul ein Ende fand, bevor es quasi begann.

    Sein großer Rivale war natürlich Daley Thompson.

  7. Werde alt, vergaß das Rätsel bald.
    Auch der Jürgen kam nicht zu den Hürden.
    Hingsen sein Name, er war keine Dame.
    Er hatte kein delay, dafür aber Daley.
    Das Drama mal drei und er hatte frei.

  8. Diesmal ist auch Scheitern keine Schande,
    schließlich des Rätsels starkes Thema,
    aber dies nur vorab am Rande,
    Pack mas, graue Zellen, geh ma.

    Ich seh ihn noch im Startblock sitzen,
    Schnauzbart, güld’ne Kette,
    nicht nur einmal. Mehrfach. Schwitzen.
    Es ist der Hingsen, jede Wette.

  9. Schoss bei Olympia einen Bock,
    kam viel zu schnell aus seinem Block.
    Der Traum von Gold, er war vorbei.
    Dem Briten war es einerlei.

    Jürgen Hingsen.

  10. Jürgen Hingsen, groß, Zehnkämpfer, seine Nemesis war Daley Thompson, gegen den er nie gewann, sein praecox die Fehlstarts in Seoul 1988, Hand in Hand das Lied zu Olympia 1988, seine Ehefrau hiess Jeanie – das passt alles so gut, dass es einfach stimmen muss…

  11. Den erkenn ich. Er hat mal auf demselben Sportplatz seine Runden gedreht, auf dem wir gerade trainierten, weil er doch in Duisburg geboren bei Bayer Uerdingen trainierte, also in deren Leichtathletik-Abteilung. An jenem besagten Tag wich er aber nach Moers aus, sodass er direkt neben uns trainierte. Ich weiß aber nicht mehr, ob das vor seinem Dreifach-Fehlstart oder danach war. Wahrlich ein Hüne, dieser Hingsen.

  12. Ein Jahr ist um, so schnell, fast wie verflogen –
    drum fühle ich mich hier in dieser Runde
    an trübem Wintertag für eine Stunde
    zum Rätsel und zur Lösung hingezogen.

    Die wiederum lag heute auf der Hand,
    gesuchter Mann, man muss es wohl so sagen,
    hat einst in südkorea´nschen Tagen
    kein Maß, kein Halten mehr gekannt.

    Im 100 Meter-Startblock zittert er,
    genau dreimal, dann war der Zehnkampf aus
    bevor er angefangen: Schimpfen, würgen.

    Es siegte Schenk vor Voss (ohne Gewähr),
    Rivale Thompson spendete Applaus,
    allein am Rande stand er: Hingsen, Jürgen.

  13. Wie könnte die damals zwölfjährige schranke das vergessen? War es damals in Seoul nicht zu nachtschlafender Zeit, als dies passierte? Der Jürgen. Geschichten, die das Leben schreibt.

  14. Normal sind aller guten Dinge drei,
    doch ihn machte die Drei dereinst zum Deppen.
    Drei Fehlstarts – und schon war der Spuk vorbei,
    daran hat er bis heute schwer zu schleppen.
    Beim Zehnkampf gleich den Start so zu verdingsen,
    gelang so eindrucksvoll nur Jürgen Hingsen.

  15. Auch wenn es eher einfach war: zum warmlaufen grade richtig und mit Sicherheit kein Fahlstart, von denen drei Jürgen Hingsen 1988 in Seoul beim 100 Meter Lauf in der ersten Disziplin gleich um alle güldenen Medallienhoffnungen brachte.

  16. Das hört sich stark nach Jürgen Hingsen und seinen drei Fehlstarts in Seoul 88 an… Für Menschen unserer Generation ist die Antwort auf diese Frage ein echter Selbstläufer, so ganz ohne Startschuß quasi.

  17. Den Anfang fand ich nicht so schwer, das dürfte Jürgen Hingsen sein. Den Verdacht hatte ich schon im ersten Absatz …

  18. Wow! Mit so einem Andrang zum Auftakt hatte ich wahrlich nicht gerechnet, danke sehr. Und das trotz gewisser Unzulänglichkeiten meinerseits bei der Veröffentlichung. Vielleicht wird’s morgen besser.

    Und ja, Ihr habt ja recht: Es war nicht so wahnsinnig schwer, nech? Eher im Gegenteil. Aufgalopp. Vielleicht wird’s morgen besser.

    Eigentlich ist die Auflösung unnötig, aber gut, Narziß will sich ja auch erklären.
    Erstes Quartett, groß, stark, schnell, springen, werfen, vielseitiger Sportler, offenbar schon mit dem einen oder anderen Fehlschlag.
    Zweites Quartett, er hat also eine (wohl erfolgreichere) Nemesis, die ihn mit Psychozeug bekämpft.
    Im ersten Terzett dann das frühe Scheitern, und nicht nur das scheint verfrüht. Wieder verloren.
    Das zweite Terzett ist schließlich musikalisch, auch wenn Jeanie nichts mit Falco zu tun hat, auf Twitter hat oder ist das Stück trotzdem filterblasenintern getrendet. Hand in Hand, die Älteren erinnern sich an Olympia 1988. Wobei, halt, hieß der Olympiasong da nicht “Go for Gold”? Ok, stimmt, deshalb ging unser Protagonist ja auch, sprachlich etwas holprig, für Gold. Jeanie hat ihn getröstet, Larry Hagman hatte nichts damit zu tun.

    Ja, klar, Jürgen Hingsen. Via Direktnachricht frug mich jemand, ob wir den nicht in den Vorjahren schon mal gehabt hätten. Ich weiß es nicht genau, denke aber nicht. Aber Carl Lewis hatten wir, zum Teil hergeleitet über Daley Thompson, in den Kommentaren fiel dann naturgemäß auch der Name Hingsen.

    Angesichts der vielen Kommentare nur einige Einzelantworten. Wie immer gilt übrigens: Ich bin beeindruckt, von Antworten in Reim- oder gar Sonettform, aber sie entsprechen nicht meiner Erwartungshaltung. Und ich freue mich über jede Herleitung der eigenen Lösung, die ja den Antwortenden gelegentlich auch einem gewissen Risiko aussetzt, sich zu entblößen. Gerade denke ich an Marko Baacke, Herrn Rebigers überzeugten Juri Podladtschikow und den wunderbar mäandernden Herrn @claylob . Nur her damit!
    Aber auch das: nicht meine Erwartungshaltung.

    @Christian Prechtl: Die Freude ist ganz meinerseits.

    @Mahqz: Ich habe lange überlegt, ob ich ihn überhaupt nehmen soll, weil er ja wirklich im Grunde zu offensichtlich ist. Aber er gehört halt auch dringend rein. Eine Überlegung war, ihn eventuell in den Einleitungstext zu nehmen.

    @0711jmo2, Sebastian, @derUebersteiger: Musik! In meinen Ohren, dass sie Euch den entscheidenden Tipp gab.

    @Doktor_D: Ja, Jeanie. Hat sich eingebrannt, nicht wahr? Amerikanerin, total exotisch!

    @DonnerBella: Ich glaube, den Kommentar gab’s auch schon mal als Tweet, oder, Frau Patsch? Ich hatte ihn noch in Erinnerung, wusste aber nicht genau, von wem er gekommen war.

    @Rio Laago: Das sind doch Verschwörungstheorien, sind doch das! (Die wir alle im Hinterkopf haben, nicht wahr?)

    @rebiger: Awww! Der Kamkekalender als Konstante. Und das Video! Wenn ich mich recht entsinne, tauchte ein Bezug zu diesem Film auch in den vergangenen Jahren mal auf, als es um Gewichtheber ging, wegen Rolf Milser. Vielleicht aber nicht in den Kommentaren, sondern nur bei Twitter.

    @marktwain64: Sehr schön. Insbesondere ein schicker Dreh zum Scheitern. Wer, wenn nicht Sie, würde ihn aufdecken? (Ich sehe schon, wie sich mich absichtlich missverstehen werden.)

    @Trainer Baade: Leider gilt Deine Lösung nicht, wenn Du eine persönliche Beziehung zu ihr hast.

    @Lurchmolch: Respekt. Einmal mehr ganz wunderbar. (Vor meinem Auge nun: der straddelnde Christian Schenk, mit Vokuhila.)

    Viele bekannte Namen unter den Kommentierenden, einige, die ich noch nicht kannte. Wunderbar, ich freu mich sehr!

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