dreiundzwanzig/zwanzigsechzehn

Ob jemand seine Namensbase hasst?
Vielleicht steht man karrierelang im Schatten –
dies Schicksal kann die stärkste Frau ermatten.
Zumal sie (welches?) Blut entnehmen lasst.

Ihr Gegenstück, Sie haben es erfasst
(es trifft auch deren prominenten Gatten),
ist jemand – und da gibt es kaum Debatten –
bei der fast jede(r) im Vergleich erblasst.

Die eine läuft um Gold, mit großen Schritten.
Die andere umläuft, spielt alle her.
Zudem ham sie sich zeitlich überschnitten.

Das macht es für die eine doppelt schwer;
bestimmt hat sie im Kämmerlein gelitten:
“Ach wenn’s bloß der Familienname wär!”

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Hintergründe zum Kalender.
Über Kommentare zu den Sportler_innen und ihren Sportarten würde ich mich freuen. Sie blieben aber zunächst verborgen. Spannung und so.
(Falls ich es technisch hinbekommen habe.)

17 Gedanken zu „dreiundzwanzig/zwanzigsechzehn

  1. Nachdem Steffi Graf ja noch ehe leichter war, kennen Nachnamensvetterin Alesia wohl nicht so viele 🙂
    Schönes Ding!

  2. Rucke die guh, rucke die guh,
    Blut ist im Schuh.

    Und zwar blaues, schließlich ist sie eine Gräfin.
    Und zwar im Laufschuh, schließlich war sie eine Leichtathletin, eine österreichische, mittelstreckenmäßige.

    Aus ihrer Sicht wohl: Leider mit dem falschen Vornamen gesegnet. Stephanie, genannt Steffi, ist doof, wenn es eben diese eine Ausnahmesportlerin, zumal eine Piefkin, gibt, die genauso heißt (die heute ihre Kinder öfter lobt als damals den Ball hat gesliced, ähem), deren Mann im Schatten ihrer Erfolge, aber auch – Verzeihung – Nase steht.

    Nun denn: Stephanie Graf (wie ich schrub: Läuferin) und Stefanie Graf, Tennisqueen.

    Schön haben sie das hingekriegt, Herr Kamke.

    Schlussendlich oute ich mich: Ich mag Otto Waalkes. Und in einem seiner (schlimmen) Filme gibt es da diese Szene, wo er wissen will, wer da in dieser opulenten, von hohen Mauern umgebenen Villa wohl wohnt. Da entdeckt er das Schild: „Graf Steffi und Fürst Service.“ Noch heute ein Brüller, wie ich finde.

  3. Nach der Gebrauchslyrik von gestern heute nur eine kurze Antwort: Steffi Graf auf der berühmten Seite, Stephanie Graf auf der anderen.

  4. Hier kann es nur um eine gehn –
    Verzeihung, doch um zwei,
    als Antwort muss hier Steffi stehn
    und Graf steht gleich dabei.

    Umlaufen taten beide gern,
    die eine spielt auch Slice,
    die andere kommt nicht von weit fern,
    aus Östreich, wie man weiß.

    Auch diese man kurz Steffi nennt,
    sie lief ums Stadion rum,
    wer sie etwas genauer kennt,
    hält „ff“ für leicht dumm:

    Denn wie ich selber sagen kann,
    ist richtig erst ein „p“,
    ein „h“ gleich folget und nur dann
    ist’s richtig und auch schee!

  5. Das sind Stefanie Graf (Tennis) und Stephanie Graf (Mittelstrecke). Bei mir hat dieses mal der Ehemann und das berühmte Umlaufen geholfen.
    Hatte aber eigentlich auf Bernd Schneider und Bernd Schneider bei Vorname/Nachname gleich gewartet…

  6. Dieses Adventskalenderjahr habe ich eine klare Linie, nämlich Ahnungslosigkeit. Es mag sich wohl mal wieder um eine Leichtathletin und vermutlich eine Fußballerin mit famosen Dribbelkünsten handeln, aber das ist auch nur wilde Spekulatius (um mal ein billiges Jahreszeit Wortspiel zu bemühen).

    Ich hoffe, Hirngabel weiß es. Auf ihn ruht all meine Hoffnung.

    1. PS: Der Rebiger sagt, Hirngabel und ich sollen uns Mühe geben. Mühe heißt Ulrich mit Vornamen. Also ist natürlich Jan (Radfahren) und Stephanie Ullrich (Fußball) gesucht. Sollte das falsch sein, hat allein Sascha die Schuld und verdient die Rute, sowie einen Klumpen Kohle zu Weihnachten.

  7. Gleicher Name, blonde Haare, dazu ziemlich große Nasen –
    all das haben sie gemeinsam, die gesuchten Namensbasen.
    Eine war im Tennis Beste, lang als Erste ungestört,
    von der andern hatt‘ ich, ehrlich, bislang nie etwas gehört.
    Dabei holte sie einst Silber, lief recht schnell 800 Meter
    bei Olympia 2000. Zu dem Zeitpunkt hatte Peter,
    Dad der Filzkugelartistin, schon ne Strafe abgesessen,
    hatte, als es ging um Steuern, leider dies und das vergessen.
    Wie gesagt, sie heißen gleich, doch einen Unterschied gibt’s schon,
    und der Blick in ihren Ausweis spricht der Namensgleichheit Hohn.
    Hinten Graf, ist klar, doch weiter vorne ist’s nicht einerlei,
    denn es gibt da diese Abweichung bei Silbe Nummer zwei.
    Klingt zwar gleich, Korinthenkacker rufen dennoch laut „Hurra!“:
    Wo die eine hat ein f steht bei der anderen ph.

  8. Schon wieder keine zeit zum reimen,
    doch anders als beim Herrn aus Leimen
    konstatiert man bei ihr kühl:
    Das ist die Steffi, kommt aus Brühl.

    Wohnt in Las Vegas, mittlerweile,
    mit Herrn Agassi ohne Eile.
    Mit Kindern, Hund und – anzunehmen –
    In einer Villa, ner bequemen.

    Die andere, die genauso heißt,
    hat den Planeten auch bereist.
    Von Wien aus, zweimal Stadionrunde,
    Ph-Wert anders, Dopingkunde.

    Die Stefanie lief um die Rückhand meist.
    Die Stephanie lief meist etwas zu dreist.
    Die eine Gräfin hat Trophä’n im Schrank.
    Die and’re Blut. Humanplasma sei Dank.

  9. Wenn heut wieder spät wird, mach ich mich vielleicht nochmal dran
    Ansonsten bis morgen
    Wieso denk ich immer an Pechstein?

  10. Erst dachte ich, heute wirds nichts. Mir fällt nur Steffi Graf bei der Beschreibung ein. Das scheint aber heute auszureichen.

  11. Ihr Lieben, drüben bei Twitter hatte ich es gesagt: Heute gibt’s eher wenig Informationen, aber für Euch Auskenner dürfte es trotzdem recht einfach sein. Ob es so war? Ich weiß es nicht. Die Zahl der Kommentare ist nicht so groß, aber hey, 23. Dezember – irgendwann muss man ja Geschenke besorgen.

    Erstes Quartett: Geblubber. Die eine steht extrem im Schatten der anderen; dass sie deshalb Blut einlagerte (ohne es zu verwenden, wie es hieß), ist nur ein hier gestreutes Gerücht. Die in Klammern erfragte Ausprägung des Blutes zielte so’n bisschen auf dessen Farbe ab – Sascha hat es in seinem Kommentar aufgegriffen.

    Danach geht es um die berühmtere Namensbase mit prominentem Gatten (der offenbar einigen half), die zu den größten Sportlerinnen der jüngeren Sportgeschichte (und darüber hinaus) zählen dürfte. Im ersten Terzett erfährt man, dass sie oft umlief – genau, die Rückhand.

    Ihr Pendant lief verschiedentlich um Gold, traf aber meist auf eine Bessere (die nicht selten Maria Mutola hieß). Beide waren (nicht nur) zur selben Zeit aktiv, und ganz am Schluss kommt der nicht ganz irrelevante Hinweis, dass sich die Basenschaft nicht auf den Nachnamen beschränkt.

    Nun denn: Steffi und Steffi Graf, ausgeschrieben eine mit f, eine mit ph.

    @Chrisdangerous: Alesia, schönes Ding! ; ) (Danke schön.)
    @Sascha: Alles gesagt, wunderbar. Ach, und der Otto-Witz wirkt bestimmt vor allem im Original …
    @undeednu: Na, na, Gebrauchslyrik!
    @Asgeirsson: Der Gatte, ne?
    @SphD: Ah, Empathie regelt!
    @Mahqz: Die Schneiders! Die hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, stimmt. (Kann ich also auch für morgen ausschließen.)
    @nurdertim: Ich scrolle seit Stunden, aber die @hirngabel taucht einfach nicht auf. Aber ganz wunderbar, wie Du Saschas hilfreichen Hinweis aufgegriffen hast.
    @Faouzi: Die Nasen. Ich hab mich nicht rangetraut … Und Steffi, Mensch, Steffi! ; ) (Wobei: Ich kenne auch eine Stephie. Auch interessant.)
    @Lurchmolch: Die Reimzeit kam dann noch noch. Ist das wie mit dem Hunger, der beim Essen kommt?
    @rlaage: Pechstein? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.
    @martin: Ja, das bröckelt hier alles so’n bisschen ab. Mittlerweile reicht schon ein einziger Name.

    Vielen Dank für Eure Antworten und Eure Zeit, ist ja in diesen Tagen in der Regel nicht so üppig vorhanden. Und sich dann auch noch die Zeit nehmen, zwei poplige Namen mal eben in lange, ganz großartige Reime zu verpacken – Chapeau!

    1. Sagen wir so: Das war ein Mikrowellen-Essen. Für das Hauben-Menü braucht es dann doch etwas mehr Zeit in der Gedichte-Küche.

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