Advent 2016. Vetter und Basen.

Wenn ich mal ganz kurz von vor einem Jahr erzählen dürfte? Weil in der Zwischenzeit halt so viel los war, und so ein Blogtext schreibt sich ja auch nicht von alleine, und Sie wissen schon? Nun denn: Ich war ein bisschen überwältigt, damals. So viele Menschen hier. Bei Gereimtem.

Ich meine, ich hatte ja schon in der Vergangenheit den einen oder anderen Reim platziert und fühlte mich zunehmend wie jener etwas kauzige Großcousin, der bei jeder Familienfeier Selbstgedichtetes über den Jubilar vorträgt. Der das handwerklich schon ganz gut macht und manchmal auch einen gewissen Esprit entwickelt, aber wenn man sowieso mal eine rauchen wollte oder sich die Nase pudern möchte, wäre jetzt ja doch ein ganz guter Zeitpunkt, Sie kennen das.

Und dann schauen plötzlich ganz viele Menschen in mein Blog, oder nicht ganz so viele Menschen ziemlich oft, und drüben bei Twitter wird sinngemäß gefragt, wer denn wohl dieser Kamke sei, der da grade so unangenehm gehypt werde, und ich weiß es doch auch nicht und rufe laut: Rätsel!” War eigentlich so gar nicht geplant, ich wollte doch nur reimen und nicht gleich alles verraten, und dann hat es sich ergeben und verselbständigt und mich erfreut. Kurz dachte ich dann darüber nach, die Antworten auszuwerten, Statistiken zu erstellen und rückwirkend eine VHS-Kassette von Olympia 84 als Preis auszuloben, aber erstens hatte ich keine Kassette, zweitens keine Muße und drittens genug Verstand, eine Schnapsidee eine Schnapsidee sein zu lassen.

Jetzt ist ein Jahr rum, und wenn ich es recht verstanden habe, wird dieses Jahr anderswo und noch woanders in anderem Kontext gerätselt, und ich fühle mich ob der dortigen Referenzen ein bisschen gebauchpinselt, wiewohl ich selbst ja nur hier und dort Dinge zusammengeklaut hatte.

Nun denn. Mach ich halt auch wieder mit. Ohne Auswertung, ohne Preise, aber mit viel Freude meinerseits und vielleicht auch ein bisschen Spaß bei den Mitlesenden. Auch wenn’s anders ist als letztes Jahr. und erst recht anders als 2014 (Gedichte querbeet), 2013 (Fünfzeiler national, geschenkt) oder 2012 (Fünfzeiler Brustring).

 

Er stammt aus einer sehr sportlichen Familie.

So liest man das immer wieder, und meist spielte dann die Mutter in der zweiten rumänischen Liga Handball, der Vater war gar Nationalspieler und die Schwester hat bei der Regionalmeisterschaft den Endlauf über 400 Meter erreicht. Oder so ähnlich. Oder aber, und hier wird’s ein bisschen habhafter, die Mutter hat bei Olympia abgeräumt, während der Vater lediglich den einen oder anderen Weltcupslalom gewann und später eine großartige zweite Karriere als Schiedsrichter bei Dalli Dalli erleben durfte.

Das ist dann wahrscheinlich auch der häufigste Fall: dass der Nachwuchs in die sportlichen Fußstapfen tritt. Man denke neben Felix Neureuther an Falk Balzer oder aktuell an Nico Rosberg – gerade im Rennsport (ja, ja, Sport, kann man diskutieren, mich interessieren weder die Sportart(en) noch die Diskussion sonderlich) stechen Namen wie Stuck, Winkelhock, Villeneuve, Hill, Verstappen, Palmer, Andretti und sicherlich zahlreiche weitere ins Auge. Im Tennis mag man an Vater und Sohn Mečíř denken, beim Volleyball an die Sudes oder die Grozer-Dynastie, hockeyseitig an die Kellers, beim Eishockey an die Kühnhackls, Kießlings, Draisaitls und andere, und irgendwie dann auch so generell an Thomas auf Skiern. Von Fußballspielern wollen wir gar nicht reden. Außer vielleicht von Sebastian Rudy und Harm Osmers.

Bei Jackie Baumann und Danny Ecker kann man möglicherweise streiten, ob sie noch in die obige Kategorie passen; ich würde sie eher zu den sportlichen Kindern anders sportlicher Eltern zählen, ähnlich wie Kim Clijsters, Bubka junior oder die in Ballsportarten vielfältig talentierten Noahs mit Opa Zacharie, Papa Yannick und Sohn Joakim. Ob die Tennishäufung Zufall ist? Und was sagt Jakob Sude dazu?

Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die – und sie sind es, die mich in diesen Tagen besonders interessieren – gar nicht miteinander verwandt sind. So wie, in ein und derselben Sportart, die oben genannten Rudys und Osmers, wie Mike und Roger Kluge, wie Daniel und Kilian Albrecht oder meine Lieblinge Bruno Kernen und Bruno Kernen bzw. Peter Wirnsberger I und II. In Österreich ist man da ja um keine Lösung verlegen, wie auch die Fußballspieler Jürgen Werner, ebenfalls I und II, bestätigen dürften.

Sportartenübergeifend sei darauf hingewiesen, dass Carolina Isolde Kostners Nichte zweiten Grades sei, beide also ebenso wenig zählen wie Heike und Rainer Henkel. Aber Hand aufs Herz: Wer von den fußballinteressierten Mitlesenden hat sich beim Auftauchen von Cindy Roleder nicht gefragt, ob sie vielleicht die Tochter des früheren VfB-Torhüters sei? Genau. Und das sind die Leute, um die es mir geht.

Zwischen heute und der Bescherung liegen also mindestens 24 Paare von Namensvettern und/oder -basen, die nach meiner Kenntnis weder verwandt noch verschwägert sind und in der Regel unterschiedliche Sportarten betreiben oder betrieben. Und ja, wiederum kommen diese jungen Leute – laufen Sie davon, ehe es zu spät ist, werte Reimallergiker – in Versen daher, und wiederum, wie im Vorjahr, in Form von Sonettversuchen.

Anders als im Vorjahr ist es denkbar, dass letztlich 29 Fußballspieler oder 12 Synchronschwimmerinnen hinter den Türchen stecken. Die Erklärungen zu den einzelnen Sportlern sind kürzer, also weniger inhaltsreich und tendenziell plakativer, zudem hat man an jedem Tag eine doppelte Chance, jemanden zu erkennen. Und haste einen, haste alle, ne?

Keine Ahnung, ob das leichter oder schwieriger ist, bzw. eine Ahnung habe ich schon und neige zu leichter, aber man wird sehen. Wer sich auf der Stelle auf die Suche nach Sportlerinnen und Sportlern mit demselben Nachnamen macht, ist ebenso im Vorteil wie doof. Nun gut.

Auflösungen bitte wie im Vorjahr in den Kommentaren, die ich nicht umgehend veröffentliche, um die Illusion eines noch nicht gelösten Rätsels aufrechtzuerhalten, obwohl @sport_thies die Antwort jeweils fünf Minuten nach Veröffentlichung (wann auch immer die erfolgt) postet. (Bisschen Druck aufbauen. Hat er neulich auch gemacht.)

Ach, und was ich noch sagen wollte, traditionell, quasi: Eine schöne Adventszeit wünsche ich Euch und Ihnen allen, mit Marzipan, Nüssen und Mandarinen; zudem ein bisschen Besinnlichkeit und das eine oder andere Flötenkonzert, dazu Fußball, Wintersport und natürlich Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.

Hier geht’s zum Kalender.

29 Gedanken zu „Advent 2016. Vetter und Basen.

  1. Ich erlaube mit das Off-Topic: Sehr schick und Glückwunsch zum erfolgreichen Umzug. Wie auch Glückwunsch an alle Leserinnen und Leser, die nun _noch_ mehr Freude – unvorstellbar, aber wohl doch wahr – an Deinen angedachten Gedanken haben werden. Für mich gilt das in jedem Falle, sehr gelungen.

    (Nur die Blogroll-Liebe würde ich mir noch wünschen, aber kommt Zeit, kommt auch das sicher noch.)

  2. Trainer, vielen Dank, und ja, die Blogroll kommt natürlich noch. Die automatisierte Lösung hat nicht recht funktioniert, ich brauche da mal ein bisschen Muße.

  3. Schöne neue Welt, die Du Dir gebastelt (hast basteln lassen) hast. Möge sie Dir viel Freude bringen und musenhaft busseln.

    PS: Ich muss bei den Andrettis ja immer an „Home Improvement“ (Hör mal wer da hämmert) denken..

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