neun/zwanzigfünfzehn

Er hatte sich im Brückenbau geschunden,
und wer das schon mal ausprobierte, kennt’s:
Die Hände werden taub, im Rücken brennt’s,
Sekunden fühln sich schon mal an wie Stunden.

Verzweifelnd hat er sich im Schmerz gewunden,
der Druck war riesig und die Last immens.
Mit krummem Rücken, Verve und Renitenz
hat er gleichwohl die Kraft zum Sieg gefunden.

Man könnt‘ ihm engelsgleich ein Loblied singen,
ganz detailliert und ohne jede Lücke,
könnt’ Infos zur genauen Dauer bringen.

Allein: Wem hülfe eine weitre Krücke?
Was soll ich noch um schöne Worte ringen?
‘s gibt kein Vertun: Ihr wusstet es bei “Brücke”.

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Hintergründe zum Kalender.
Kommentare zu Sportart und Identität wären schön.
Bleiben aber zunächst verborgen. Spannung und so.

24 Gedanken zu „neun/zwanzigfünfzehn

  1. Wie Du sagst: Nach der Lektüre der ersten Zeile hatte ich ihn. Und rätselte ich gestern noch gefühlte acht Stunden, darf ich jetzt nach wenigen Sekunden, lösen: Pasquale Passarelli, Ringer, Olympia ’84.
    Eine Wohltat irgendwie.
    Und doch schade. Denn: Was mache ich nun den ganzen Tag?

  2. Pasquale Passarelli! Die Worte von Jürgen Emig sind im Vorspann des Ringen-Podcasts auf meinsportradio.de verewigt. <3

  3. Pasquale Passarelli, die Schrebweise des Namens musste ich gogglen, alles andere habe ich auf meiner Festplatte.
    Ein olympischer Moment voller Schmerzen, für ihn und mich vor dem TV ( schwarz weiß ).
    Olympiasieger 1984 im Ringen ist er da geworden und eine Legende.

  4. Brücke? Da Bernhard Wicki nicht in Farge kommt, muss es sich um einen Zahnarzt handeln. Die Antwort lautet also Dr. Markus Merk. HA!

  5. nicht leicht, um reime hier zu ringen,
    meist mir sehr matte nur gelingen.

    doch zwei wörter oben den weg mir zeigen,
    zu einem der größten im sportlerreigen.

    der riesenbabys machte famos platt.
    wilfried dietrich, der kran von schifferstadt.

  6. Pasquale Pasarelli – für mich eine der größten Momente bei Olympia, und dieses Gedicht (vor allem 1. Satz und letzter Absatz) knüpft nahtlos daran an!

  7. Die Sportart war mir wieder schnell klar, aber es haperte erneut am Sportler und Ereignis.
    Google brachte bei „Ringen Brücke“, gewohnt zuverlässig, die Lösung zum Vorschein.
    Ich berufe mich vor mir selbst wieder auf die Ausrede, dass Ereignisse 1984, kurz vor meinem 4. Geburtstag, nicht zwingend aus dem Kopf zu wissen sind.

  8. Immer wieder spannend, welche Sportler von wem sofort erkannt werden, von anderen hingegen überhaupt nicht, und umgekehrt, und überhaupt und sowieso. Und die begleitenden Diskussionen bei Twitter. Danke schön.

    Die Lösung: Pasquale Passarelli, Ringen, die Gewichtsklasse weiß ich nicht. Ach, und griechisch-römisch, aber das wollte ich nun wirklich nicht wissen. Einige Wortmeldungen gingen in Richtung Turnen, der Brücke wegen, einzelne, auch hier, zum Kran von Schifferstadt, was ich nachvollziehen kann.

    @sport_thies:
    Allein deshalb muss ich da wohl unbedingt mal reinhören ..

    @der_tim:

    @Steffi: Ein Hashtag zum Verlieben!

    @mark twain
    Tja. Schöner Reim.

    @SD, ChrisPrech:
    Ich erröte.

    @Thomas K.:
    Bisschen kurz vielleicht, der Kommentar.

    Ihr andern: Danke.

    1. <3 (Der Mann, also meiner jetze, hat tatsächlich beides gemacht. Hauptsächlich Ringen, aber zu diesem Zwecke eine Turnerausbildung. Zumindest behauptet er das, Fotos sind mir nicht bekannt.)

  9. Ich habe es versucht zu lösen, ohne die Lösung anzusehen. Keine Ahnung, also gar keine Ahnung…

    Edit: Und selbst nachdem ich die Lösung gelesen habe, kann ich leider nur ein Schulterzucken beitragen. Nie gehört.

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