eins/zwanzigvierzehn

Terzine

Sein Auftritt ’90 war ein göttlich Drama;
wir bangten um des tapfren Helden Leben.
Dann auferstand er – Carlos Valderrama.

Wir staunten; schließlich schien bis grade eben
sein Tod nur eine Frage von Sekunden:
er würd‘ sich von der Trage nicht erheben.

Indes – der Schiri hat nen Kniff gefunden,
ihm neuen Mut und Stärke zu verleihen:
der Wiederanpfiff heilt El Pibes Wunden.

Drauf sahen wir Kolumbiens Spiel gedeihen,
verfolgten, wie die Deutschen – statt zu spielen –
beschäftigt war’n, der Täuschung ihn zu zeihen.

Er selbst begann derweil, sich wohl zu fühlen
und ließ – vollendet – Herrn Rincón vollenden.
(Vielleicht kam’s recht, um manchen Kopf zu kühlen.)

Doch wie wir es auch drehen oder wenden:
verfallen sind wir seiner Haare Pracht
und nicht dem Spiel, dem klugen, ja behänden.

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Wie ich an Locken und Terzinen dacht‘,
kam einer her, der die Geschichte kannte:
„Am Ende“, sprach er mir ins Ohr, ganz sacht,

„seid Ihr gedanklich sowieso bei Dante.“

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Hintergründe zum Kalender.

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